Verbraucherschutz: "Sweep Day" gegen SMS-Abzocke - DER SPIEGEL
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Verbraucherschutz "Sweep Day" gegen SMS-Abzocke

Für heute haben Verbraucherschutzorganisationen aus Europa und Australien einen Aktionstag gegen Handy-Abzocke ausgerufen. Vor allem Kinder und Jugendliche seien Ziel der Werbekampagne für teure SMS-Chats, beklagen die Organisatoren.
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Die Tricks der Anbieter von teuren Premium-SMS-Diensten sind perfide. "Hast Du mich etwa vergessen?", beginnt etwa eine SMS, die ein 13jähriges Mädchen unaufgefordert erhielt. "Warum meldest du dich nicht mehr - hast du mich etwa vergessen?", heißt es weiter. Erst nach sechsmaligem Herunterscrollen erschien auf dem Display die Preisangabe von 1,99 Euro pro SMS. Hinter dem Angebot steht nach Angaben des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (VZBV) eine Firma namens NewTex GmbH.

Die 13jährige antwortete arglos, in den Folge-SMS erfolgte nach VZBV-Informationen keine weitere Preisangabe. Der dreitägige Flirt schlug mit 102,60 Euro zu Buche. Bei NewTex bestreitet man, unaufgefordert SMS zu verschicken. Nachdem die Verbraucherschützer das Unternehmen zunächst erfolglos abgemahnt hatten, wurde inzwischen eine Klage eingereicht.

Beispiele wie diese gibt es viele. Am heutigen "Sweep Day" wollen Verbraucherschützer aus Europa und Australien deshalb gegen den Missbrauch von Handydiensten vorgehen. Wichtigste Zielgruppe unzähliger Angebote seien Kinder und Jugendliche. Verbraucher können dem VZBV Werbung für auffällige Mobilfunkangebote zusenden (E-Mail: sweep-day@vzbv.de ).

Die Verbraucherschützer wollen das Marketing von Mobilfunkangeboten gegenüber Kindern und Jugendlichen gezielt untersuchen und illegale Angebote herausfiltern und gegebenenfalls juristisch dagegen vorgehen. "Das Geschäft mit der Unerfahrenheit von Kindern und Jugendlichen ist ein internationales Geschäft - deshalb gehen wir auch international koordiniert dagegen vor", sagte Patrick von Braunmühl vom Fachbereich Wirtschaft der Verbraucherzentralen.

Der Werbung für kostenaufwändige Dienste wie das Herunterladen von Handy-Klingeltönen, Flirt-Chats oder SMS-Dienste könnten Teenager kaum entgehen. Das aggressive, häufig rechtswidrige Marketing der Mobilfunkangebote sei eine der Hauptursachen für Schulden schon bei Minderjährigen. Meistens müssten die Eltern dann dafür gerade stehen.

Kinder seien oft nicht in der Lage, die Kosten für die Nutzung von Mobilfunkangeboten zu überschauen. Hinzu komme, dass die Kosten in der Werbung verschleiert werden und Werbe-SMS teilweise als persönliche Nachrichten getarnt werden. Auch beim Download von Klingeltönen seien Tarifstruktur und Vertragsbedingungen oft unklar.

An dem Sweep Day beteiligen sich neben Deutschland auch Organisationen und Behörden in Australien, Belgien, Dänemark, Finnland, Estland, Großbritannien, Lettland, Litauen, Norwegen, Schweden und Ungarn.