Verizon finanziert SugarString: News-Seite mit Berichtsverboten - DER SPIEGEL
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Verizon-Nachrichtenseite Garantiert NSA-freie Tech-News

Verizon hat ein Tech-Nachrichtenportal namens "SugarString" gestartet. Die Seite soll etablierten Angeboten wie "Wired" Konkurrenz machen - und zu den Themen US-Überwachung und Netzneutralität schweigen.
Verizon-Logo: SugarString soll "Wired" Konkurrenz machen
Verizon-Logo: SugarString soll "Wired" Konkurrenz machen

Verizon-Logo: SugarString soll "Wired" Konkurrenz machen

Foto: Eric Thayer / REUTERS
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Der amerikanische Telekommunikationskonzern Verizon wagt sich auf neues Terrain vor und eröffnet eine Nachrichtenseite für den High-Tech-Bereich. Dieses Segment ist zwar mit Magazinen wie "Wired", "Mashable" oder "The Verge" schon gut besetzt, dennoch rechnen sich die Macher für ihr Projekt namens "SugarString"  gute Chancen aus.

Anders als der Name vermuten lässt, setzt "SugarString" nicht nur auf zuckersüße und bunte Berichterstattung. Am Mittwochmorgen deutscher Zeit thematisierte der am prominentesten platzierte Artikel die ungarischen Pläne für eine Internetsteuer - der Text ist allerdings schon fünf Tage alt.

Bei näherer Durchsicht der Seite fällt auf, dass zwei Themenkomplexe, die in Tech-Foren und sozialen Netzwerken zu den meistdebattierten gehören, gar nicht vorkommen. Weder wird die amerikanische Überwachungsaktivität rund um die NSA angesprochen, noch gibt es Berichte zum Thema Netzneutralität.

Verizon ist gegen die Netzneutralität

Das ist wohl kein Zufall. Den Redakteuren von "SugarString" sei es angeblich explizit verboten, sich zu diesen Themen zu äußern, schreibt das Magazin "The Daily Dot"  und fügt an: "Wenig überraschend, da Verizon in beide Kontroversen tief verwickelt ist." Über das Verbot will "Daily Dot" durch ein Stellenangebot erfahren haben, das ein Autor der Seite erhielt.

Wie die Enthüllungen aus den Snowden-Dokumenten gezeigt haben, hat Verizon eng mit den US-Behörden zusammengearbeitet und Kundendaten unterschiedlichster Art herausgegeben. Zudem steht der Konzern an der Spitze derer, die das Prinzip der Netzneutralität ablehnen.

Zur Frage, ob bestimmte Daten gegen Bezahlung schneller durchs Netz transportiert werden dürfen, befindet sich das Unternehmen seit längerem in juristischen Auseinandersetzungen mit der US-Regulierungsbehörde FCC. Die Behörde ist derzeit dabei, die Regularien einer generellen Neuordnung zu unterziehen.

Die Selbstbeschränkung von "SugarString" beim Thema Überwachung ist übrigens nicht grundsätzlicher Natur, schreibt "The Daily Dot". Schnüffelmaßnahmen im Ausland werden durchaus berücksichtigt. So gibt es etwa einen Artikel über die Bemühungen chinesischer Dissidenten, sich der staatlichen Überwachung durch Anonymisierung zu entziehen .

meu