Vertrauliche Daten Verschlüsselung mangelhaft
So wie "Hund beißt Mann" im Gegensatz zu "Mann beißt Hund" keine Meldung wäre, lohnt es sich seit Jahren kaum noch, über aktuelle Sicherheitsprobleme im Internet zu berichten: Davon gibt es täglich Hunderte. PCs haben kein Sicherheitsproblem, sie sind eines - durchlöchert mit Viren, Trojanern und Schnüffelprogrammen, unterminiert von Rootkits, gefangen in Botnets und vollüberwacht durch Keylogger. Es grenzt an ein Wunder, dass Privatleuten weltweit jährlich nur Schäden in zweistelliger Milliardenhöhe entstehen.
Denn zugleich nutzen wir alle unsere Rechner für Handel und Banking, vertrauen ihnen auch finanziell brisante Daten an. Doch insbesondere sensible Daten sollten verschlüsselt werden, damit Bankdaten, Kontoauszüge oder Steuererklärungen nicht in fremde Hände gelangen können. Spezielle Verschlüsselungssoftware schützt solche sensiblen Daten sogar dann vor fremdem Zugriff, falls das Notebook geklaut wird oder der USB-Stick verloren geht - oder sollte das zumindest.
Denn längst nicht alle Programme arbeiten zuverlässig. In einem Test der Zeitschrift "Computerbild" (Heft 20/2008) in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Sichere Informations-Technologie (SIT) in Darmstadt erhielten vier von acht getesteten Programmen die Note mangelhaft.
Die meisten Programme sichern die Daten in verschlüsselten Bereichen auf der Festplatte. Die sogenannten Container sollten durch ein Kennwort geschützt sein. Laut Testergebnis schlossen die Programme Free CompuSec und DiskEncryptor diesen Datentresor jedoch nicht, wenn der Nutzer sich vom Computer abmeldete. Bei Free CompuSec, DriveCrypt und Desktop Home waren die Kennwörter als Klartext im Speicher abgelegt und bildeten damit ein leichtes Ziel für Angreifer.
Test-Sieger wurde Steganos Safe 2008 (Preis 39,95 Euro). Diese Software widerstand im Ergebnis allen Angriffen. Preis-Leistungssieger wurde das kostenlose TrueCrypt, das allerdings etwas kompliziert zu bedienen ist.
pat/ddp