Video on demand: Lowtech-Boom - DER SPIEGEL
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Video on demand Lowtech-Boom

Lizenzierungsgezeter und technischen Restriktionen zum Trotz boomt das Internet-Video-on-demand-Geschäft in den Vereinigten Staaten wie nie zuvor. Die Filme sind dabei zwar digitalisiert, der Vertrieb jedoch könnte kaum "lowtechiger" sein - sie kommen per Post- oder Kurierversand.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Landauf, landab florieren in den USA DVD-Online-Verleihfirmen wie Netflix, DVDAvenue oder CafeDVD. Alleine der Marktführer Netflix will Eigenangaben zufolge jeden Tag 190.000 Verleih-DVDs an seine über 650.000 Abonnenten verschicken. Je nach vereinbarter Nutzungsdauer werden die Film-Silberlinge dann von den Kunden wieder zurückgesandt. Dazu sollen Internet-Medienhändler tagtäglich weitere 1,5 Millionen Kauf-DVDs per "Snail-Mail" vertreiben.

Der Lowtech-Boom im Internet-Filmgeschäft hat gute Gründe. Für ein vernünftiges Online-Unterhaltungsgenuss sind die Bandbreiten nämlich nach wie vor nicht breit genug und auch der Bürostuhl vor dem PC-Monitor gilt nicht unbedingt als der geeignetste Ort für entspanntes Spielfilm-Vergnügen.

Zudem sind für den Versand einer DVD nur wenige Cent zu berappen, während Experten die Kosten für die Online-Übertragung eines Spielfilms in vergleichbarer Datenfülle dagegen auf bis zu 20 US-Dollar beziffern. Im Zweifel ist der Snail-Mail-Versand außerdem auch schneller als die Datenautobahn: Ohne Highspeed-Anbindung ans Netz kann der Download eines Spielfilms in DVD-Qualität Wochen dauern.

Jochen A. Siegle, San Francisco