Videochat Airtime: Facebook bekommt Chatroulette-Hangouts - DER SPIEGEL
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Videochat Facebook bekommt Chatroulette-Hangouts

Schluss mit Langeweile auf Facebook: Eine neue App will mit zufälligen Videochats dafür sorgen, dass das Netzwerk wieder Spaß macht. Airtime soll fremde Menschen einander näherbringen - ganz ohne Penisse.
Napster-Gründer stricken neue App: Sicher Videochatten mit Facebook und Airtime
Napster-Gründer stricken neue App: Sicher Videochatten mit Facebook und Airtime

Napster-Gründer stricken neue App: Sicher Videochatten mit Facebook und Airtime

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Glücklich wiedervereint, so könnte man beim neuen Projekt der einstigen Napster-Gründer Sean Parker und Shawn Fanning sagen. Am Dienstag brachten sie einen "sozialen Videochat" namens Airtime  online, der Service läuft im Browser und das Login erfolgt über Facebook. Neben dem Video-Chat (so wie Google Hangout oder Microsofts Skype) gibt es weitere Features, die Anwender können zum Beispiel gemeinsam YouTube-Clips anschauen (so wie Microsoft So.cl).

Mehr als 33 Millionen Dollar Startkapital sollen die Gründer eingesammelt haben. Apps für Apple- und Android-Handys sollen folgen. Das Rad haben die beiden mit dem Service sicher nicht neu erfunden. Anders als bei der Konkurrenz gibt es bei Airtime einen "Next"-Button, der den Anwender nach dem Zufallsprinzip mit einem anderen verbindet (so wie Chatroulette).

Ähnlich wie bei Chatroulette ist dabei die Gefahr groß, auf Zeitgenossen zu treffen, die sich vor der Webcam nicht ganz öffentlichkeitsfähig benehmen. Airtime analysiert die Videobilder von einander unbekannten Chatpartnern deswegen - sind zum Beispiel Penisse zu sehen, soll die Verbindung gekappt werden. Außerdem können die über Facebook identifizierbaren Nutzer sich gegenseitig anschwärzen.

Die Erfahrung machte auch 4chan-Gründer moot alias Christopher Poole. Nach wenigen Augenblicken war er beim neuen Service schon wieder rausgeflogen. Daraufhin twitterte er: "Ich habe es geschafft, bei Airtime nach gerade mal 45 Sekunden gesperrt zu werden. Also zurück zu Chatroulette! "

Immerhin scheint die Wahrscheinlichkeit, beim Zufalls-Chatten auf Promis zu treffen, etwas größer zu sein als beim russischen Angebot. Der New Yorker Künstler Ronen.V probierte Airtime aus und landete unversehens in einer Verbindung mit Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Während der Videokünstler ganz ergriffen war und sich sofort beeilte, sich für die Gründung von Facebook zu bedanken , hielt sich die Begeisterung bei Zuckerberg offensichtlich in Grenzen. "Nach 30 Sekunden hat er mich geNEXTet ", so Ronen.V.

Stellt sich die Frage, was das Ganze eigentlich soll. Während bei TechCrunch alle in Ehrfurcht erstarren  und in Airtime nichts weniger als die Chance zur "Rehumanisierung des Internets" sehen, scheint die Motivation bei den Machern sehr viel nüchterner gewesen zu sein. Der milliardenschwere Sean Parker jedenfalls erklärte, vom sonstigen Angebot von Facebook "gelangweilt" zu sein, was einer Gründe dafür war, den neuen Service unterzubringen.

Mit der Einschätzung, dass es mit der Spannung beim Social Network nicht mehr so weit her sei, ist der Airtime-Macher nicht allein. Im Auftrag von Reuters befragten die Marktforscher von Ipsos 1000 Amerikaner nach ihren Nutzungsgewohnheiten. Das Ergebnis kann die Facebook-Verantwortlichen nicht glücklich stimmen. 34 Prozent der Befragten erklärten, sie würden weniger Zeit mit dem Netzwerk verbringen als noch vor sechs Monaten. Zur Begründung gaben sie an, die Netzwerkerei sei "langweilig", "nicht wichtig" und "unnütz" .

meu

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