Videodownloads: Amazon steigt in Video on Demand ein - DER SPIEGEL
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Videodownloads Amazon steigt in Video on Demand ein

Das Video-on-demand-Angebot für TV- und Film-Junkies in den USA wächst jeden Monat. Jetzt erweitert Amazon seinen Download-Service um einen Tivo-Dienst. In Deutschland schauen TV-Fans bis auf weiteres in die Röhre.
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Bereits seit September letzten Jahres bietet das ehemals als reiner Buchversender gegründete Unternehmen Amazon seinen Kunden in Amerika auch eine virtuelle Videothek über das Internet: Für Preise ab 1,99 Dollar lassen sich über die Player-Software "Unbox" Filme herunterladen, die man auf dem Rechner ansehen, auf Daten-DVDs brennen oder über eine entsprechende Media-Center-Lösung auch auf dem Fernseher betrachten kann. Das alles liegt im Trend: Neben Amazon bieten auch Apple, CinemaNow, Microsoft, Movielink und Vongo vergleichbare Dienste.

Als erster großer Anbieter löst sich Amazon nun vom Vertriebsweg PC. In Kooperation mit dem Set-Top-Box- und TV-Inhalteanbieter Tivo sollen die Unbox-Angebote nun auch ohne Umweg im Wohnzimmer landen. Tivo kommt in den Vereinigten Staaten auf satte 1,5 Millionen Abonnenten, von denen allerdings nur geschätzte 600.000 über eine Anbindung verfügen, die den Unbox-Filmdownload realistisch macht.

Denn die von Amazon vertriebenen Filminhalte sind ganz schön dicke Datenpäckchen. Um eine Qualität zu erreichen, die laut Amazon der von DVDs nahe kommen soll, kommen die Dateien auf eine Größe von rund einem Gigabyte pro Programmstunde. Eine fortschrittliche Komprimierung erlaubt dabei eine der DVD vergleichbare Qualität bei etwa halbierter Dateigröße gegenüber dem Silberling.

Deutschland hinkt hinterher

Den on-demand-Film gibt es auch in Deutschland seit Jahren - mit bisher verhaltenem Erfolg. Im Rahmen ihrer Triple-Play-Angebote vermarkten Telekommunikationsanbieter wie Telekom oder Arcor nicht nur IPTV, sondern auch Kinodownloads. Preise, die keinen Vorteil gegenüber dem klassischen DVD-Verleih bieten und ein Filmangebot mit satten Lücken im A-Bereich, aber stolzer Bestückung mit B-, C- und D-Ware haben allerdings wenig zur Durchsetzung beigetragen. Dazu kommt die noch immer mangelnde Versorgung mit Breitbandverbindungen hierzulande.

Als erster dezidierter Video-on-demand-Shop ging im letzten Jahr maxdome auf Upload, ein Gemeinschaftsunternehmen der ProSiebenSat.1-Gruppe und von United Internet. Darüber hinaus hat der deutsche Markt bisher wenig zu bieten: Hierzulande bieten auch die großen internationalen Marken wie Apple oder Amazon nichts, was man mit den amerikanischen Angeboten vergleichen könnte.

Amazon hegt da offenbar auch keine unmittelbaren Pläne, dem amerikanischen ein entsprechendes deutsches Angebot folgen zu lassen. "Über künftige Pläne in Deutschland", lässt Amazon wissen, "können wir Ihnen leider derzeit keine Auskunft geben." Stattdessen verweist eine Sprecherin des Unternehmens auf den hiesigen DVD-Verleihservice und die Möglichkeit, DVDs bei "Amazon.de zu kaufen oder über den Service Marketplace selbst gebrauchte DVDs zu verkaufen oder günstig von Drittanbietern zu erwerben".

pat/dpa