Vorschau: Countdown zur IFA 2003 - DER SPIEGEL
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Vorschau Countdown zur IFA 2003

Die Internationale Funkausstellung steht vor der Tür, und längst geht es dort nicht mehr nur ums Fernsehen: Gezeigt wird alles, was das Leben auf elektronischem Wege amüsanter machen soll. Mehr noch als die Cebit ist die IFA eine Leitmesse der Unterhaltungselektronik.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Internationale Funkausstellung (IFA) hat sich durch den Computer- und Internet-Boom der vergangenen Jahre nicht aus der Ruhe bringen lassen. Die Messe ist beständig weiter gewachsen und auch in diesem Jahr vom 29. August bis zum 3. September die weltweite Leitmesse für Unterhaltungselektronik. 958 Aussteller aus 36 Ländern zeigen in Berlin ihre neuesten Produkte. Außerdem bieten Fernsehsender wieder ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Live-Shows, die direkt auf dem Messegelände produziert werden.

Elektronik satt

Im Unterschied zur Cebit und erst recht zur Systems ist die IFA eine Schau vor allem für Verbraucher. Sie sollen sehen und anfassen, was in den Monaten nach der Messe auf den Markt kommt, und in welche Richtung sich die Unterhaltungselektronik entwickelt. Dabei wird selbst die IFA nicht alles zeigen können. Die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), Veranstalterin der Messe, hat herausgefunden, dass allein in Deutschland 24.400 verschiedene Produkte im Bereich Unterhaltungselektronik zu kaufen sind. Jedes Jahr kommen 5300 Neuheiten in die Geschäfte. Allein die Europäer geben jährlich 84 Milliarden Euro für Unterhaltungselektronik aus, weltweit sind es 300 Milliarden Euro.

Auf 160.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche versucht die IFA einen Rundumschlag der Unterhaltungselektronik zu liefern. Den größten Teil der Ausstellungsfläche nimmt der Themenschwerpunkt Television & Entertainment ein. Die Hersteller präsentieren neueste Lösungen aus den Bereichen TV, Video und Heimkino. Dabei könnte ein Dauergast der IFA in diesem Jahr erneut zum Highlight werden: das Fernsehgerät. Auf der Messe zeigten alle Hersteller LCD- und Plasma-TV-Modelle, sagt Rainer Hecker, Vorsitzender des Aufsichtrates des IFA-Veranstalters gfu.

Die Glotze mutiert zum Heimkino

Neben besonders flachen TV-Geräten, die man wie ein Bild an die Wand hängen kann, gewinnen jedoch auch Projektoren zunehmend an Bedeutung. Sie versprechen - kombiniert mit dem Surround-Sound einer modernen HiFi-Anlage und einem DVD-Player - Filmerlebnisse für das Wohnzimmer fast wie im Kino. Außerdem läuten die Hersteller bereits die Ablösung des Video-Recorders ein. Als Nachfolger für den Massenmarkt stehen DVD- und Festplatten-Recorder bereits in den Startlöchern.

In den Hallen um und neben dem Funkturm präsentieren sich Hersteller aus den Bereichen HiFi, Car-HiFi, Navigation und Mobile Media. Spätestens seit der IFA 2001, als Intel den Pentium 4 mit zwei Gigahertz Taktfrequenz auf der Messe präsentierte, gehören auch Computer dazu. Zwar ist Intel nicht wie vor zwei Jahren mit einem eigenen Stand vertreten, doch Hardware, Software und Home-Office-Lösungen finden Besucher dennoch in der Halle 1.2. Darunter in der Halle 1.1 und nebenan in Halle 3.2 zeigt sich der Trend zur Digitalisierung in Fotografie und Musik. Und schließlich sind neueste Anwendungen aus dem Bereich der Telekommunikation in den Hallen 4.2 und 6.2 zu sehen.

Live von der IFA: TV-Sender suchen Publikumskontakt

Die IFA ist jedoch mehr als eine Messe für Unterhaltungselektronik. Vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender ziehen mit ihren Sendungen auf das Messegelände. Dabei mussten sie jedoch in diesem Jahr ihre angestammte Produktionsstätte, den Sommergarten, räumen. Dort bietet die IFA den Besuchern täglich Live-Konzerte. Stattdessen präsentiert sich die ARD auf zwei Bühnen in der Halle 2.2 am neuen Haupteingang Süd. Der Senderverbund produziert unter anderem Nachrichtensendungen wie die "Tagesschau" live auf der Messe. Vom ZDF kommt unter anderem das "Mittagsmagazin" vom 1. bis zum 3. September aus der Halle 6.2.

Neben den öffentlich-rechtlichen Anstalten, darunter auch NDR und WDR, zeigen sich mit n-tv, Premiere und TV.Berlin auch Privatsender auf der IFA. Außerdem sind zahlreiche Radiostationen vertreten, darunter die Deutsche Welle und das Deutschlandradio sowie Programme des RBB.

Björn Sievers, ddp