Warez- und Release-Groups: Weltweite Razzia gegen Raubkopierer - DER SPIEGEL
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Warez- und Release-Groups Weltweite Razzia gegen Raubkopierer

Unter Führung des amerikanischen FBI sind Strafermittler weltweit gegen Verbreiter illegaler Kopien von Filmen und Software vorgegangen. In den USA gab es vier Festnahmen. Die Verdächtigen sollen unter anderem "Star Wars"-Kopien vertrieben haben.
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Washington - Wie US-Justizminister Alberto Gonzales gestern bekannt gab, wurden seit Mittwoch 90 Razzien in verschiedenen Staaten durchgeführt. Angeführt wurde die Aktion von der amerikanischen Bundespolizei FBI. Deutsche Behörden unterstützten die Ermittlungen.

Computer wurden nicht nur in den USA, Großbritannien und den Niederlanden durchsucht, sondern nach Angaben der niederländischen Regierung auch in Australien, Israel, Deutschland, Südkorea, Norwegen, Frankreich, Schweden, Dänemark, Russland, Polen, Kanada, Ungarn.

Die vier in den USA Festgenommenen werden beschuldigt, illegal Kopien der jüngsten "Star Wars"-Episode III und weiterer Filme sowie von Spielen und Computerprogrammen im Wert von insgesamt 50 Millionen Dollar (40 Millionen Euro) vertrieben zu haben. Die Verdächtigen sollen so genannten Warez- und Release-Gruppen angehören, die in verschlüsselten Chatrooms den Austausch und die Veröffentlichung von Raubkopien im Internet organisieren. Die Ermittler stellten ihnen eine Falle, indem sie Warez-Gruppen auf vom FBI bereitgestellte Server lockten.

Auf diesem Weg gelangen Kopien von Filmen oder Software oft in die beliebten File-Sharing-Netze, wo sie kostenlos heruntergeladen werden können. Aber auch kommerzielle Anbieter, die die Raubkopien auf CDs brennen und weiterverkaufen, bedienen sich Experten zufolge bei den Warez-Gruppen.

Die Razzien richteten sich laut FBI-Angaben gegen die Release-Groups RiSCISO, Myth, TDA, LND, Goodfellaz, Hoodlum, Vengeance, Centropy, Wasted Time, Paranoid, Corrupt, Gamerz, AdmitONE, Hellbound, KGS, BBX, KHG, NOX, NFR, CDZ, TUN unnd BHP. Neben "Star Wars"-Episoden sollen über Server dieser Gruppen auch illegale Kopien von Filmen wie "Mr. and Mrs. Smith" sowie der Programme Autocad 2006 und Photoshop vertrieben worden sein.

Schätzungen zufolge entgehen allein der Filmindustrie durch Raubkopien jährlich Einnahmen in Höhe von 3,5 bis 5,4 Milliarden Dollar (3 bis 4,5 Milliarden Euro).