Web-Studie 19-Klick-Theorie ist Unsinn
Die Studie, die von Forschern bei IBM, Compaq und Altavista durchgeführt wurde, ist der bisher gründlichste Versuch, das Internet zu vermessen, meldet der Online-Nachrichtendienst ZDNet. Die Ergebnisse werden diese Woche bei der 9. Internationalen World Wide Web Conference in Amsterdam vorgestellt.
Die Forscher benutzten AltaVistas Web Crawler. Sie spürten insgesamt 200 Millionen Websites auf, indem sie den 1,5 Milliarden Links folgten, die in diese Seiten eingebaut waren. Auch diese Probe ist laut ZDNet nur ein Bruchteil der über 1 Milliarde existierenden Websites, doch immer noch weitaus größer als bisherige Proben (rund 40 Millionen Seiten).
Ihre Ergebnisse haben die Forscher in der "Fliegen"-Theorie zusammengefasst: Nur 30 Prozent aller Websites bilden demnach den zentralen Kern, den Knoten der Fliege (des Kleidungsstücks). Sie sind stark miteinander verlinkt, so dass der User innerhalb des Kerns von jeder Seite über Links zu jeder anderen gelangen kann.
Weitere 24 Prozent sind Seiten, die zwar ins Zentrum linken, aber nicht selbst aus dem Zentrum verlinkt sind: Ein Beispiel wäre eine private Homepage, die zur NBA-Seite linkt.
Noch mal 24 Prozent sind nur aus dem Zentrum verlinkt, aber linken nicht selbst zurück ins Zentrum: Ein Beispiel wären Subseiten in einem Mainstream-Angebot.
Der Rest, 22 Prozent, sind überhaupt nicht mit dem Knoten verbunden: Sie linken nur auf Seiten der zweiten und dritten Kategorie, oder sie sind isolierte "Inseln" im Netz, die kaum eine Suchmaschine findet.
Die Ergebnisse widerlegen die oberflächliche Weisheit, dass im Internet alles mit allem irgendwie verlinkt ist. Nähme man zwei zufällig ausgewählte Webseiten und versuchte, von einer zur anderen zu gelangen, "so bestünde eine 75-prozentige Chance, dass man niemals ankommt", zitiert ZDNet einen IBM-Forscher. Und einen Rat für E-Commerce-Seiten haben die Forscher auch noch: Wenn ein Online-Shop nicht im Knotenpunkt liegt, kann er zumachen.