Web-Trash Headbutt it like Zidane
Der erste Linktipp zu einem Zidane-Spiel trudelte bereits am Montag ein. Zu sehen bekamen wir es nie: Die Webseite war bereits unter dem Surferansturm kollabiert.
Schon da zeichnete sich ab, dass es ein publikumswirksames Unterfangen sein könnte, seine Späßchen mit Zinedine Zidanes Ausraster im Endspiel der Fußballweltmeisterschaft zu machen. Auf die folgenden Gags brauchte man nicht lang zu warten.
Fast zwangsläufig waren es vor allem zwei Flash-Spiele, die schnell die Runde machten. Das zugrundeliegende Spielprinzip hatte sich Zinedine Zidane ausgedacht: Man läuft auf einen italienischen Spieler zu und versucht ihn mit einem gezielten Kopfstoß zu Fall zu bringen. Diese zinedineske Moorhuhn-Variante gibt es in zwei Versionen: Einmal köpft man gegen Heerscharen von Italienern , einmal nur gegen einen . Suchtpotenzial haben die Spielchen aber nicht gerade. Während das zweite ruckelt und schnell langweilt, ruckelt das erste nicht, hat aber ansonsten viel mit dem anderen gemein.
Krasser kommen da schon die Videos bei YouTube herüber. Eine Gruppe entfesselter Österreicher hat mit "Neue Methode, Probleme zu lösen" einen echten YouTube-Hit geschaffen, der nicht nur längst mehr als eine Million Downloads erfahren hat, sondern bereits Fortsetzungen findet (siehe Linkverzeichnis).
Auf eine Flut von "Headbutting"-Videos dürfen wir uns da wohl freuen. Doch, liebe Eltern, seid beruhigt: So was vergeht auch wieder. Noch vor Jahresfrist stürzte sich der pubertierende Nachwuchs auf den Spuren von "JackAss" in Einkaufswagen in Abwasserkanäle. Spätestens, wenn der Schädel brummt, werden auch diesmal wieder rudimentäre Denkprozesse einsetzen.
Viel Denkprozess brauchten Emmanuel and Sebastien Lipszyc sowie Komponist Franck Lascombes dagegen nicht. Ihr mit heißer Nadel gestrickter Song "Coup de Boule" (was sich mit "Kopfstoß" übersetzen lässt) sei ein Geistesblitz der drei Werbemusik-Macher gewesen. Eigentlich hätten sie das Ding nur aufgenommen, um ihre Kunden aufzuheitern und aus der Post-Zinedanen-Depression zu holen.
An 50 Leute schickten sie das Machwerk, das prompt im Radio landete. Jetzt droht es, zum französischen Sommerhit zu werden: Dem Vernehmen nach verhandeln die drei gerade mit mehreren Klingelton-Vermarktern, außerdem sollen für die Vertriebsrechte für eine in Kürze entstehende CD bereits über 100.000 Euro geboten worden sein. Web macht's möglich - weiß der Himmel, was da noch kommt.