Schneller surfen Entwickler wollen JavaScript ablösen
Firefox-Logo: Die Entwickler von Mozilla arbeiten mit der Konkurrenz zusammen
Foto: Leon Neal/ AFPEigentlich sind sie Konkurrenten, nun arbeiten sie zusammen an einem Turbocode fürs Internet: Entwickler von Firefox, Internet Explorer und Chrome tüfteln an einer Alternative zu JavaScript.
Die Programmiersprache JavaScript kommt beispielsweise zum Einsatz, wenn Werbebanner am Bildschirmrand flackern, wenn Google automatisch Suchbegriffe vorschlägt oder wenn Pop-ups die Sicht versperren. Seit Jahren greifen Entwickler auf den Code zurück, um mehr Bewegung auf HTML-Websites zu bringen.
WebAssembly (WASM) soll der neue Code heißen, der den Entwicklern zufolge bis zu 23-mal schneller im Browser dargestellt wird als JavaScript. Wenn es nach dem Entwicklerteam geht, dann sollen Programmierer ihre Web-Anwendungen in Zukunft direkt in das WASM-Format umwandeln.
Vorteile für Smartphones und Tablets
Der Vorteil: Im Gegensatz zum JavaScript-Code wird WebAssembly als Bytecode dargestellt. Das sind Befehle, die schnell von Geräten, aber nicht von Menschen gelesen werden können. Bei JavaScript müssen Browser hingegen einen textbasierten Quellcode übersetzen, der eher dafür ausgelegt ist, dass Programmierer die Zeilen lesen können.
Der Software-Entwickler Brendan Eich teilt auf seinem Blog mit : "Ich freue mich, heute ankündigen zu dürfen, dass die browser-übergreifende Arbeit an WebAssembly begonnen hat." Zudem schreibt Eich, dass sich neben den Browser-Experten von Mozilla auch die Programmierer der Konkurrenz wie Google und Microsoft beteiligen.
Neben der schnelleren Darstellung im Browser sei auch die geringere Datenmenge ein Vorteil von WebAssembly, da die Datenströme vor allem für Smartphones und Tablets zunächst komprimiert werden müssen, bevor sie vom Browser übersetzt und schließlich angezeigt werden. Im Vergleich mit komprimiertem JavaScript-Code sei der WASM-Code um bis zu 30 Prozent kleiner.
Das Projekt ist für interessierte Entwickler geöffnet
Mitmachen darf jeder bei dem Projekt, das offiziell unter dem Siegel des Internetgremiums World Wide Web Consortium (W3C) entwickelt wird . Bisher hatten die Entwickler heimlich an der Programmiersprache gefeilt. "Sorry, dass wir zunächst mit einem privaten Github-Account gearbeitet haben", schreibt Brendan Eich. Das sei eine vorläufige Maßnahme gewesen, um die Interessen der beteiligten Konzerne auf einen Nenner zu bringen. Mittlerweile ist die Gemeinschaft für alle geöffnet.
Die Umstellung sei kein Problem für Web-Entwickler, verspricht Mozilla-Entwickler Luke Wagner . Allerdings dürfte es noch eine Weile dauern, bis WebAssembly tatsächlich eingesetzt wird. Laut Wagner sind noch keine Standards festgelegt, es gebe bisher nur Prototypen und einige Absprachen mit den verschiedenen Browser-Entwicklern.