Webby-Awards Al Gore wird für Lebenswerk geehrt
Der frühere US-Vizepräsident Al Gore, die Suchmaschine Google, und der Automobilhersteller Mercedes-Benz USA gehören zu den Gewinnern der diesjährigen Webby-Awards. Gestern wurden die neuen Träger des Internetpreises in New York bekannt gegeben. Der einzige deutsche Kandidat konnte diesmal keinen Platz auf dem Treppchen ergattern: Die Webseite www.carstuckgirls.com aus Aachen war erneut in der Kategorie "Sonderbares" nominiert gewesen - im vergangenen Jahr gehörte sie zu den Siegern.
In 60 verschiedenen Kategorien wurden Preise vergeben, doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Die Nominierungen kamen aus 40 Ländern und allen 50 US-Staaten.
Al Gore bekam den Webby für sein Lebenswerk: Damit soll die zentrale Rolle geehrt werden, die der demokratische Politiker in den vergangenen drei Jahrzehnten bei der Entwicklung des Internets gespielt habe, hieß es in einer Presseerklärung. Al Gore, der für den Satz, er habe "die Initiative dabei ergriffen, das Internet zu erfinden", oft verspottet wurde, wird sich über die Auszeichnung wohl besonders freuen.
Zur "Webby-Person des Jahres" wurde Craig Newmark, der Gründer des Internetbörse www.craigslist.com , gekürt. "Web-Künstler des Jahres" wurden die Mitglieder der britischen Band Kleptones (www.kleptones.com ), weil sie neue Methoden zur Online-Distribution von Musik voran getrieben haben. Der britische Starkoch Jamie Olivier gewann in der Kategorie "Celebrity/Fan" gegen Konkurrenz wie Hollywood-Schauspieler Bruce Willis, die Muppets und Komiker Adam Sandler.
Neben populären Seiten über Mode, Film und Politik wurden auch Gewinner für die Kategorien "Blog", "Schönheit", "Immobilien" und "Soziale Kontakte" verkündet. Einer der vielen Preise, die von den Internetnutzern selbst vergeben werden, ging an www.bookcrossing.com . Das Prinzip dieser Webseite: Bücher in der Öffentlichkeit finden, Bücher durch absichtliches Liegenlassen weitergeben - organisiert übers Internet. Neben den Juroren gaben 200.000 Benutzer aus der ganzen Welt ihre Stimmen ab.
Die Webby Awards werden von der Academy of Digital Arts and Sciences vergeben, einer internationalen Organisation mit prominenten Mitgliedern wie David Bowie, Oracle-Chef Larry Ellison und "Simpsons"-Erfinder Matt Groening. Die Preise werden am 6. Juni bei einem Gala-Abend überreicht - in diesem Jahr zum ersten Mal in New York. Bisher war San Francisco Ort der Verleihung gewesen. Auch Vint Cerf, der "Vater des Internets", will am Festakt zur neunten Webby-Verleihung teilnehmen.