Weblogs: Microsoft will Zensur besser regeln - DER SPIEGEL
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Weblogs Microsoft will Zensur besser regeln

Wegen der Mithilfe bei der Zensur von Blogs in China wird Microsoft hart kritisiert. Jetzt hat das Unternehmen neue Regeln für das Sperren von Beiträgen angekündigt. Auf jeden Fall sollen zensierte Texte außerhalb des jeweiligen Landes abrufbar sein.
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Der Angriff auf Microsoft, Google und Yahoo hatte gesessen. Die Unternehmen nähmen aktiv teil an der Zensur von Web-Inhalten in China und beteiligten sich so an der Verletzung von Menschenrechten, erklärten vor zwei Tagen Mitglieder des Menschenrechtsausschusses des US-Kongresses. Das Recht auf freie Meinungsäußerung und Zugang zu Bildung und Wissen seien in Gefahr.

Mehrere Abgeordnete forderten sogar Gesetze, die US-Unternehmen verbieten sollen, an solchen mit westlichen Rechtsvorstellungen nicht vereinbaren Maßnahmen teilzunehmen.

Microsoft geht nun in die Offensive und will die Zensur von Webinhalten besser regeln. Künftig sollten Inhalte, die in einem Land wegen der dortigen Rechtslage gesperrt seien, außerhalb des Landes weiterhin abrufbar sein, teilte das Unternehmen nach Informationen von BBC Online mit. Dies gelte sowohl für Blogs als auch für Nachrichtenseiten.

Zudem wolle Microsoft nur dann Inhalte zensieren oder löschen, wenn ein rechtlich verbindlicher Hinweis der jeweiligen Regierung vorliege. Blog-Einträge würden ansonsten nur gelöscht, wenn sie gegen die Nutzungsbedingungen von MSN Spaces verstießen.

Microsoft rief außerdem dazu auf, eine Debatte über Spielregeln für Blogdienste zu beginnen. Das MSN-Angebot Spaces umfasst nach Angaben des Unternehmens 35 Millionen Blogs und zählt monatlich 90 Millionen Besucher.

Bisher wurden Einträge chinesischer Blogger, die bestimmte Schlüsselworte enthielten, etwa "freedom" oder democracy", blockiert. Microsoft betonte nochmals, dass man sich an die Rechte des jeweiligen Landes halten werde. Künftig sollen Blogger jedoch informiert werden, wenn ihre Texte zensiert werden.

Microsoft, Google, Yahoo und Cisco haben es abgelehnt, an der Kongressanhörung teilzunehmen, in der es um die umstrittenen Zensurmaßnahmen in China geht. Womöglich werden sie jedoch um eine Teilnahme nicht herumkommen, berichtet BBC Online: Sie könnten unter Strafandrohung vorgeladen werden.

hda

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