Website verboten: Australien geht gegen Holocaust-Leugner vor - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Website verboten Australien geht gegen Holocaust-Leugner vor

Die "Meinungsfreiheit" hat ihre Grenzen: Erstmals wurde in Australien eine Website verboten, die den Holocaust bestreitet. Fredrick Toben, der deutschstämmige Betreiber der Seite, hat nicht vor, sich an das Verbot zu halten - und dürfte in Kürze vor Gericht stehen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Adelaide - Wie Kathleen McEvoy, die Vorsitzende der zuständigen Menschrechtskommission, bekannt gab, muss das "Adelaide Institut" entsprechendes Material von seiner Webseite entfernen. Als Begründung führte McEvoy an, die Schriften existierten hauptsächlich, um jüdische Menschen zu diskriminieren. Der in Deutschland geborene Direktor des Institutes, Fredrick Toben, kündigte an, er werde die Anweisung nicht befolgen.

Blanker Zynismus

Toben muss sich nach Anordnung von McEvoy außerdem schriftlich bei der jüdischen Gemeinde in Australien entschuldigen. "Ich werde nichts dergleichen tun", sagte Toben der australischen Nachrichtenagentur AAP, "warum sollte das jemand verletzend finden? Wir feiern die Lebenden, von denen man annahm, dass sie alle tot sind."

Die Präsidentin des Exekutivrates des australischen Judentums, Nina Bassat, begrüßte die Entscheidung der Menschrechtskommission, und bezeichnete Tobens Verhaltensweise zugleich als "schmerzhaft". Sie kündigte als nächsten Schritt ein Verfahren vor dem obersten Gerichtshof Australiens an.

Das wäre für Toben nicht die erste Erfahrung mit der Justiz: Bereits im vergangenen Jahr hatte er in Deutschland sieben Monate wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener in Haft verbracht. Toben sagte, er sei bereit, ein weiteres Mal ins Gefängnis zu gehen.

Mehr lesen über