Webvideopreis Pixelklötze spielen Heavy Metal
Also die Sache mit Gronkh ist so. Der Mann hat ein Geschäftsmodell daraus gemacht, sich von anderen beim Computerspielen zusehen zu lassen. Er spielt, kommentiert, was er da macht, zeichnet das Ganze auf, stellt es ins Netz, kleistert Werbung drumherum und verdient damit Geld. Gronkh ist nicht der einzige, der solche sogenannten "Let's Play"-Videos macht, aber hierzulande einer der erfolgreichsten. Ein kleiner Star gewissermaßen.
In einem Video zum Klötzchen-Baukastenspiel "Minecraft", in dem man unter anderem Kohle abbauen muss, trällerte Herr Gronkh mal ein kleines, sinnfreies Liedchen mit dem schlichten Text: "Kohle, Kohle, Kohle, Kohle, Kohle, Kohle." Später kam auch noch "Kohlera" und "Tralala" vor. Irgendjemand kommentierte unter dem Video, dass man davon doch mal eine Metal-Version machen müsste.
Ein anderer Herr, der sich im Netz nur "Rahmschnitzel" nennt und selbst ab und an auch "Let's Play"-Videos veröffentlicht, betrachtete das als Arbeitsauftrag: "Die Instrumente wurden alle selbst eingespielt beziehungsweise auf Software zurückgegriffen, und dann war die Musik schnell fertig." Dann fehlte dazu noch ein Video, "damit das Lied nicht ganz alleine steht". Primäre Zielsetzung sei gewesen, "im Video und im Lied die ganzen Teile so albern oder dämlich wie möglich zu machen, um den Überraschungseffekt etwas zu steigern".
Das, muss man sagen, ist augenscheinlich gelungen. Das Video "Rahmschnitzel featuring Gronkh - Kohle Metal" wurde bei YouTube bereits weit über 4,5 Millionen mal abgerufen. Man muss das Video nicht verstehen, um es auf eigentümliche Weise komische zu finden. Oder dämlich, je nach Geschmack und Humor.
Er habe "nicht damit gerechnet, dass das alles so gut angenommen wird, um die ganze Welt geht", erklärt Herr Rahmschnitzel heute. Er habe sich deshalb "die Zeit genommen, noch ein paar weitere Animationen und Lieder zu machen". Es ist also noch mehr gehobener Nonsens aus dieser Ecke zu erwarten.
Beim Deutschen Webvideopreis ist "Kohle Metal" in der Kategorie Let's Play nominiert. Noch bis zum 29. März kann man auf den Seiten des Webvideopreises für das Video abstimmen .
Der deutsche Webvideopreis wurde im Jahr 2011 zum ersten Mal vergeben. In diesem Jahr wurden in neun Kategorien Dutzende Netz-Filme nominiert, aus allen nominierten Einreichungen konnte jeder Interessierte vom 1. März bis 29. März online die Publikumspreisträger 2012 wählen. Die Gewinner der Abstimmung wurden zusammen mit den Jury-Preisträgern am 31. März 2012 in Düsseldorf gekürt. SPIEGEL ONLINE ist Medienpartner des Deutschen Webvideopreises .