Webvideopreis: So schön klingen Lenas Teufelsintervalle - DER SPIEGEL
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YouTube / Klaus Kauker

Webvideopreis So schön klingen Lenas Teufelsintervalle

So wie im Video von Klaus Kauker haben Sie Lenas Song "Maybe" bestimmt noch nie gehört. Der Komponist zerlegt das Lied in seine Bausteine, ist dabei auf merkwürdige Art unterhaltsam - und für den Deutschen Webvideopreis nominiert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ton für Ton, Akkord für Akkord, nimmt Klaus Kauker das Lied auseinander, das Teil der TV-Show "Unser Song für Deutschland" war, in der Lenas Song für den Eurovision Song Contest in Düsseldorf ausgewählt wurde. Hört sich nach trockener Musiktheorie an, ist es aber nicht. Denn auch wenn Kauker vor der Kamera etwas steif agiert, macht es Spaß, ihm dabei zuzuschauen - und zu hören - welchen Tiefgang und welche unerwarteten musikalischen Kniffe er in dem Pop-Gesäusel entdeckt .

Etwa wenn er mit einer eigenartigen Mischung aus Zurückhaltung und Begeisterung sagt, dass er "die Bridge supertoll" findet, weil darin ein "Triple-Subdominante" vorkommt. Außerdem sei es "ganz interessant, dass man von fis-Moll zu C-Dur wechselt, weil die Grundtöne in einem Tritonus-Abstand liegen, dem Teufelsintervall." Wer jetzt glaubt, gar nichts zu verstehen sollte sich das Video anschauen, weil Kauker nicht nur seine Beobachtungen wiedergibt, sondern sie auch erklärt. Das macht die Sache spannend: Einen Einblick zu bekommen, warum ein Song so klingt, wie er klingt, mit welchen Tricks in der Musik Spannung aufgebaut und im Refrain wieder gelöst wird.

"Mit meinem Analyse-Video nutze ich die Gelegenheit, musikinteressierte Ohren zu trainieren", sagt Kauker. Er wolle seine Zuschauer für Musiktheorie begeistern und Mut machen, selbst zum Instrument zu greifen. Auf den Lena-Song sei er gekommen, weil es bei "Unser Song Für Deutschland" nicht darum gegangen sei, "bloß ein singendes, sympathisches Gesicht" zu finden, sondern vielmehr der Song im Mittelpunkt stand.

"Ich finde es immer interessant, hinter die Kulissen zu blicken; sei es ein zu früher Akkordwechsel in der Band, eine falsche Textzeile bei Lena oder eine pfiffige Akkordstruktur mit optimaler Melodieführung", sagt Kauker. All das habe er bei "Maybe" gefunden. Der Song sei "wohldurchdacht und somit gut geeignet für eine Song-Analyse", erklärt der 23-jährige, der auf seiner Website  auch einige eigene Kompositionen zum Anhören bereithält.

Jetzt ist sein Video in der Kategorie FAQ/RTFM (Frequently Asked Questions/Read The Fucking Manual) für den deutschen Webvideopreis nominiert, in der Video-Gebrauchsanleitungen und Servicefilme ausgezeichnet werden sollen. Bis zum 29. März kann man auf den Seiten des Webvideopreises für das Video abstimmen .

Deutscher Webvideopreis

Der deutsche Webvideopreis wurde im Jahr 2011 zum ersten Mal vergeben. In diesem Jahr wurden in neun Kategorien Dutzende Netz-Filme nominiert, aus allen nominierten Einreichungen konnte jeder Interessierte vom 1. März bis 29. März online die Publikumspreisträger 2012 wählen. Die Gewinner der Abstimmung wurden zusammen mit den Jury-Preisträgern am 31. März 2012 in Düsseldorf gekürt. SPIEGEL ONLINE ist Medienpartner des Deutschen Webvideopreises .

mak

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