Webzensur in China: Online-Enzyklopädie abgeschaltet - DER SPIEGEL
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Webzensur in China Online-Enzyklopädie abgeschaltet

Ein der Wikipedia nachempfundenes Online-Lexikon in China ist auf Druck der Regierung gestoppt worden. Laut Reporter ohne Grenzen waren Themen wie Taiwan und die Falun-Gong-Sekte der Anstoß für die Schließung.
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Die sogenannte e-Wiki wurde allerdings von den Betreibern selbst geschlossen, nicht durch die Regierung. "Wir alle streben nach Freiheit, aber wir leben in der Umarmung des Vaterlandes, also müssen wir uns den relevanten Einschränkungen unterwerfen und dürfen Anderen keinen Ärger bereiten", steht nun auf der ansonsten leeren e-Wiki-Seite.

Zuvor hatte e-Wiki in einem Eintrag Taiwan "Republik China" genannt und Informationen über James Lung veröffentlicht, einen Aktivisten aus Hongkong, der mit der Falung-Gong-Sekte in Verbindung stehen soll. Diese wird von der chinesischen Obrigkeit als Bedrohung betrachtet.

Reporter ohne Grenzen veröffentlichte eine Stellungnahme, die den e-Wiki-Betreiber in Schutz nimmt, aber gleichzeitig die "Selbstzensur" bedauert: "Unseren Erkenntnissen zufolge fühlte er sich im aktuellen Kontext bedroht, da die Autoritäten ihre Kontrolle über Online-Publikationen bedeutend verschärft haben."

Die freie, kollaborative Online-Enzyklpädie Wikipedia hatte sich in China zunächst großen Zulaufs erfreut, ist seit Ende 2005 aber in dem Land nicht mehr zu erreichen. Die Regierung blockiert den Zugang zu der Seite. Eine ähnliches, aber massiv zensiertes Netz-Lexikon wird seit diesem Jahr vom chinesischen Web-Portal Baidu betrieben.

cis/AFP