Werbung: Gmail-Änderung leitet E-Mail-Bilder über Google Server - DER SPIEGEL
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Bildertausch Google baut die E-Mails seiner Kunden um

Viele Werbe-E-Mails enthalten Bilder, um zu prüfen, ob Nutzer sie geöffnet haben. Google stellt nun sein Verfahren für den Bilderempfang über seinen E-Mail-Dienst um. Werbern gehen dadurch einige Daten verloren, doch sie könnten an anderer Stelle gewinnen.
Google (Symbolbild): Auch für Smartphones stellt die Firma den E-Mailempfang um
Google (Symbolbild): Auch für Smartphones stellt die Firma den E-Mailempfang um

Google (Symbolbild): Auch für Smartphones stellt die Firma den E-Mailempfang um

Foto: Sebastian Kahnert/ dpa
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E-Mail-Programme fragen den Nutzer oft, ob sie in Nachrichten platzierte Bilder aus dem Internet herunterladen sollen. Man muss dann erst mit einem Klick bestätigen, dass die Dateien von den Servern der Absender geladen und angezeigt werden sollen.

Google ändert dieses Verfahren nun bei Google Mail: Der Konzern kopiert die Fotos von den Ursprungsservern auf seine eigenen und zeigt sie dann den Nutzern direkt in den E-Mails an. Das Unternehmen verspricht seinen Kunden mehr Sicherheit und einen schnelleren Abruf der Mails. Die Neuerung bedeutet, dass "alle Bilder über Goolgles eigene, sichere Proxy-Server laufen sollen", schreibt die Firma dazu in einem Blog . Viren und Malware will das Unternehmen Google so von vornherein aussortieren können.

Für die Versender der E-Mails hat die Neuerung zur Folge, dass ihnen Informationen über die E-Mail-Empfänger verlorengehen. So ist beispielsweise über kleine, manchmal unsichtbare Pixel-Dateien in Mails nicht mehr feststellbar, von welcher IP-Adresse aus die Bilder heruntergeladen wurden. Die Werbefirmen können nicht mehr feststellen, aus welchen Land ihre Mail aufgerufen wurde.

Genauere Werbezahlen aber unattraktivere Werbeform

Allerdings könnten Google Änderungen Marketing- und Werbefirmen in einem Punkt genauere Daten bringen. Sobald ein Gmail-Kunde nun eine Nachricht anklickt, werden einzigartige und nur auf Ihn zugeschnittene Bilder automatisch heruntergeladen. Wenn der Absender ein eindeutiges Zählpixel eingebaut hat, wird es von seinem Server geladen. Wenn aber in jeder E-Mail dasselbe Bild verlinkt ist, holt Google es sich nach dem ersten Laden nur noch aus dem eigenen Speicher.

Der E-Mail-Marketing-Dienst Mail Chimp geht davon  aus, dass Daten über die Nutzung von Werbe-E-Mails nun aussagekräftiger werden. Doch könnte das Vorgehen auch den Werbemarkt zugunsten von Google verschieben, da einige Werbefirmen nun von E-Mail-Werbung auf Googles Werbeangebote umsteigen könnten, vermutet der Fachdienst "Ars Technica" .

Das ist das Problematische an Googles E-Mail-Umbau: Der Konzern ist eine der größten Online-Werbefirmen weltweit und damit direkter Konkurrent der Absender, in deren Geschäftsmodell die Änderungen bei Gmail eingreifen.

kpg