Wettbewerbs-Behinderung: Nintendo muss blechen - DER SPIEGEL
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Wettbewerbs-Behinderung Nintendo muss blechen

EU-Kommissar (Super-) Mario Monti bittet Supermario zur Kasse: 167,8 Millionen Euro müssen Nintendo und einige Vertriebspartner dafür zahlen, jahrelang den Handel mit Nintendo-Spielekonsolen innerhalb der EU behindert zu haben.
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Die EU-Kommission hat gegen den japanischen Videospiele-Hersteller Nintendo und sieben Vertriebspartner eine Geldbuße von insgesamt 167,8 Millionen Euro verhängt, weil sie jahrelang den Handel mit Nintendo-Spielekonsolen innerhalb der EU behindert hätten.

Nintendo kündigte unmittelbar nach Bekanntgabe der Brüsseler Entscheidung am Mittwoch eine Klage gegen die Höhe der Strafe an. Die auf das Unternehmen entfallende Buße von 149 Millionen Euro sei überraschend hoch, kritisierte Nintendo.

"Millionen europäischer Familien geben jedes Jahr Millionenbeträge für Videospiele aus", erklärte EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti. Die Verbraucher hätten das Recht, die Spiele und Konsolen zum günstigsten Marktpreis zu kaufen. "Wir lassen Absprachen, mit denen Preise künstlich hoch gehalten werden sollen, einfach nicht zu."

Nintendo und die Vertriebspartner hätten von 1991 bis 1998 abgesprochen, die Preisunterschiede zwischen verschiedenen EU-Ländern möglichst hoch zu halten, erklärte die EU-Kommission. In dieser Zeit seien Nintendo-Produkte in Großbritannien bis zu 65 Prozent günstiger angeboten worden als in Deutschland und den Niederlanden. Wenn britische Einzelhändler diese Preisunterschiede ausnutzen und Nintendo-Produkte etwa nach Deutschland exportieren wollten, seien sie von Nintendos offiziellen Vertragspartnern mit Liefereinschränkungen oder gar Boykott bestraft worden.

Die Kommission beruft sich bei ihren Vorwürfen auf ihr vorliegende Schriftwechsel zwischen Nintendo und dem britischen Großhändler John Menzies. An den Absprachen seien noch sechs weitere Händler beteiligt gewesen, darunter auch die belgische Tochter der deutschen CD-Contact Data GmbH, die eine Buße von einer Million Euro zahlen soll.

Nintendo erklärte, juristisch gegen die Höhe der Strafe vorgehen zu wollen. Auch John Menzies bezeichnete seine Geldbuße von 8,64 Millionen Euro als völlig unangemessen. Das Unternehmen behalte sich ebenfalls eine Klage vor. Die Kommission erklärte, die Strafe sei bereits reduziert worden, weil die Unternehmen bei den Ermittlungen kooperiert hätten.

Die Gesamtstrafe ist der Kommission zufolge die fünfthöchste in der Geschichte der EU und die höchste, die jemals wegen Absprachen zwischen einem Hersteller und seinen Händlern verhängt worden ist. Nintendo America hatte bereits vergangene Woche erklärt, das Unternehmen habe Rücklagen für die Strafe gebildet.