White Space: Google testet in Südafrika Internetzugang per Funk - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Südafrika Google testet Internetzugang per Funk

Surfen, gesponsert von Google: In und um Kapstadt kümmert sich das Unternehmen mit lokalen Partnern testweise um den Internetzugang von zehn Schulen. Das Experiment setzt auf ungenutzte Funkfrequenzen, den sogenannten White Space.
Kapstadt: Google testet Internetzugang per Funk
Kapstadt: Google testet Internetzugang per Funk

Kapstadt: Google testet Internetzugang per Funk

Foto: MIKE HUTCHINGS/ REUTERS
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Der Idee, drahtlosen Internetzugang über ungenutzte Bereiche des TV-Sendespektrums anzubieten, steht Google schon lange positiv gegenüber - gerade für ländliche Gegenden und Entwicklungsländer sieht es diese Technologie als Chance. Durch die Umstellung auf digitales Fernsehen sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Frequenzbereiche freigeworden. White Space, weißer Raum, nennt man diese Lücken zwischen den TV-Kanälen, die nun zur Datenübertragung genutzt werden sollen. Kritiker befürchteten jedoch, es könnte die normale Fernsehübertragung stören, wenn die Lücken für den Internetzugang freigegeben werden.

Mit einem Test in der Gegend von Kapstadt wollen Google und mehrere lokale Testpartner nun die Praxistauglichkeit der Methode beweisen. Der Experiment-Ankündigung zufolge  sponsert das Unternehmen zehn Schulen den ungewöhnlichen Webzugang, zunächst für sechs Monate. Darüber, wie viel White Space zur Verfügung steht, soll eine firmeneigene Datenbank  informieren. Probleme beim regulären Fernsehempfang sollen so vermieden werden. Das südafrikanische CSIR Meraka Institute wird den Test technisch überwachen und der Kommunikationsbehörde ICASA Bericht erstatten.

Google hofft, die "White Space"-Technologie mit einem erfolgreichen Test auch in anderen Ländern voranbringen zu können. Außer dem Suchmaschinenanbieter beschäftigen sich auch andere Firmen mit der Technologie . Microsoft beispielsweise will laut eines Blogposts  in Kenia Praxiserfahrungen sammeln. Für Tests in Afrika sprechen die im Vergleich etwa zu Europa niedrigeren bürokratischen Hürden.

mbö