Windows 10: Wer das kostenlose Upgrade bekommt - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Microsoft-Betriebssystem Insider bekommen Windows 10 gratis

Ein Blogpost von Microsoft sollte erklären, wer Windows 10 kostenlos bekommen darf - stiftete aber eher Verwirrung als Klarheit. Jetzt erläutert der zuständige Manager, was er wirklich sagen wollte.
Windows-10-Vorschauversion: Verwirrung um Gratis-Angebot
Windows-10-Vorschauversion: Verwirrung um Gratis-Angebot

Windows-10-Vorschauversion: Verwirrung um Gratis-Angebot

Foto: SPIEGEL ONLINE
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Teilnehmer des Windows-10-Insider-Programms , die weiterhin automatische Updates zulassen, können das neue Betriebssystem auch weiterhin kostenlos nutzen. Mit dieser Aussage hat Microsoft-Manager Gabriel Aul am Dienstag Klarheit geschaffen - nachdem ein Blogpost von ihm zuvor tagelang Verwirrung unter Bloggern und Journalisten ausgelöst hatte.

Unter dem Titel "Änderungen an künftigen Windows-10-Insider-Vorschauversionen" hatte Aul am Freitag ins Microsoft-Blog geschrieben: "Mitglieder des Insider-Programms, die eine Preview Version installiert haben, bekommen eine finale Version von Windows 10, die aktiviert bleibt."

Allein dieser Satz hatte ausgereicht, zahlreiche Meldungen zu provozieren: Entgegen früherer Ankündigungen könne nun doch jedermann ein kostenloses Windows 10 bekommen, hieß es. Die einzige Voraussetzung dafür sei eben, dass man sich für das Insider-Programm anmelde, eine Vorabversion von Windows 10 installiere und diese mit seinem Microsoft-Account verbinde.

Das hätte letztlich bedeutet, dass jeder das neue Windows 10 kostenlos installieren kann, auch Nutzer von älteren Fassungen wie den Oldies XP oder Vista. Sogar Nutzer, die bisher gar kein legales Windows genutzt haben, hätten davon profitiert.

Verwirrung um Feinheiten

Doch einen Tag später wurde der Blogpost geändert. Der oben zitierte Satz wurde um die Aussage gekürzt, dass ein solches Windows 10 aktiviert bleibe. Außerdem wurde ein neuer Satz eingefügt: "Es ist wichtig zu beachten, dass nur Personen mit Original Windows 7 oder Windows 8.1 auf Windows 10 upgraden können."

Damit war das Durcheinander perfekt. Es wurde gerätselt: Könnte nun etwa jeder über das Insider-Programm ein kostenloses Update bekommen - das dann aber womöglich irgendwann den Dienst einstellt, weil es nicht aktiviert wird? Gilt der Hinweis auf Updates von Windows 7 und 8.1 womöglich nur pro forma?

Insider können Insider bleiben

Genau das hat Manager Aul nun mit einer ausführlichen Aktualisierung seines Blogposts erklärt. Darin stellt er unter anderem klar, dass das Windows-10-Insider-Programm "kein Weg ist, um ein Windows-10-Upgrade für Windows XP oder Windows Vista zu bekommen." Vielmehr gelte auch hier, dass Microsoft ein Jahr lang kostenlose Windows-10-Upgrades für all jene anbiete, die Windows 7 oder Windows 8.1 einsetzen.

Für Nutzer, die weiterhin an Microsofts Insider-Programm teilnehmen, gelten diese Einschränkungen allerdings nicht. Wer sich dafür bereits angemeldet habe, müsse nichts weiter tun. Die bei ihm installierte Software bleibe aktiviert.

Das gelte aber nur, solange die automatische Installation neuer Vorabversionen aktiviert ist. "Zwar wird jedes Update nach einer gewissen Zeit ablaufen, doch indem Sie automatisch Updates bekommen, werden sie schon eine neue Version haben, wenn die alte deaktiviert wird", erläutert Aul.

Ein Schlupfloch bleibt

Wer weder ein lizenziertes Windows 7 oder Windows 8.1 hat, noch die Installation neuer Vorschauversionen erlaube, müsse also sein altes Betriebssystem wiederherstellen oder eine Windows-10-Lizenz kaufen. In den USA soll die ab etwa 120 Dollar zu bekommen sein, Preise für Deutschland gibt es noch nicht.

Indem Microsoft den Teilnehmern des Insider-Programms die Möglichkeit anbietet, Windows-10-Vorschauversionen auch auf ein nacktes System, ohne vorherige Windows-Software, zu installieren, bleibt das Vorab-Programm ein Schlupfloch für illegale Installationen. Wer das nutzen will, muss sich allerdings der Nachteile bewusst sein, die das mit sich bringt: Nutzer können in diesem Fall keinen Support einfordern und müssen im Zweifel damit leben, dass die Software Fehler enthält oder instabil läuft.

Das letzte Windows

Für Microsoft ist der Schritt, Windows 10 dauerhaft kostenlos zur Verfügung zu stellen, eine bemerkenswerte Entscheidung. Schließlich, so hatte es Manager Jerry Nixon im Mai angekündigt, soll Windows 10 "die letzte Windows-Version" sein.

Was er damit meint: Statt in wenigen großen, soll es mit Windows 10 in vielen kleinen Schritten weitergehen: Das Betriebssystem soll ab Version 10 ständig weiterentwickelt werden, mit regelmäßigen Updates und monatlichen Veröffentlichungen. Neue Versionsnummern oder Namen werden deshalb nicht mehr gebraucht.

mak/abr