Öffentlicher Zoff Warum sich Microsoft gerade über Google ärgert
"Scroogled!": Die Website zu Microsofts Anti-Google-Kampagne ist nicht mehr online
Eigentlich wirkte es in den letzten Monaten so, als hätte sich das Verhältnis von Google und Microsoft verbessert. Dafür sprach zum Beispiel, dass Microsoft seine im November 2012 unter großem Getöse gestartete Anti-Google-Kampagne "Scroogled" augenscheinlich ohne viel Aufsehen beerdigt hat. Bereits im April 2014, nach dem Weggang von Konzernchef Steve Ballmer, wurde die Negativaktion für beendet erklärt , mittlerweile ist nicht mal mehr die zugehörige Website im Netz .
Doch in den vergangenen Tagen war Microsoft mal wieder sauer auf Google - und Google sieht Microsoft als selbst für den Ärger verantwortlich. In dem Streit geht es um das Vorgehen von Googles IT-Sicherheitsabteilung, die auch nach Windows-Sicherheitslücken sucht.
Google hatte Microsoft zuletzt mehrfach über entdeckte Schwachstellen informiert, das Unternehmen bekam zum Lösen der Probleme eine Frist von 90 Tagen. Doch das reichte offensichtlich nicht: Wie "Heise Online" berichtet, hat Google in letzter Zeit zweimal öffentlich auf eine Sicherheitslücke hingewiesen, bevor Microsoft diese mit einem Update geschlossen hatte .
Eine der Lücken wurde nur zwei Tage vor Microsofts allmonatlichem Patch-Day veröffentlicht. Die Schwachstelle ermöglicht es auch Nutzern mit nur eingeschränkten Rechten, im Windows-Ordner neue Ordner und Dateien anzulegen. Googles Sicherheitsteam hatte das Problem ursprünglich am 13. Oktober dokumentiert . Versuche von Microsoft, Google zu einer kurzen Fristverlängerung zu bewegen, seien gescheitert, so "Heise Online".
Dass Google die Informationen trotz der unmittelbar bevorstehenden Auslieferung eines Updates publik machte, sorgt bei Microsoft für schlechte Laune. Im hauseigenen Blog drängte Chris Betz, Senior Director in Microsofts Security Response Center, auf eine bessere Koordination der Sicherheitsaktivitäten. Er schrieb, es müsse primär um die Kunden und deren Sicherheit gehen und nicht darum, durch Sicherheitsforscher Druck auf Wettbewerber auszuüben .