Wirtschaftsspionage Fast tägliche Cyber-Attacken aus China
So scharf hat sich Hans Elmar Remberg, Vizepräsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, bislang noch nicht öffentlich geäußert: "Chinesische Staatsinteressen" würden hinter den Cyber-Angriffen auf deutsche Firmen und Behörden stecken. So beschrieb Remberg bei einer Konferenz zur Wirtschaftspionage in Berlin die vom Verfassungsschutz beobachteten Hacker-Attacken.
Alle ein bis zwei Tage, so Remberg, würde man neue Angriffe bemerken. Die "Intensität, Struktur und Bandbreite" der Angriffe spreche dafür, dass sie von Staatsinteressen motiviert seien. Remberg vermied es, die chinesische Regierung direkt für die Cyber-Angriffe verantwortlich zu machen. Stattdessen formulierte Remberg, China würde weltweit intensiv "politische, militärische, wirtschaftliche und ökonomische Informationen sammeln, um technologische Lücken, so schnell es geht, zu überbrücken".
Im August hatte der SPIEGEL berichtet, dass zahlreiche Computer in Bundesministerien mit Spionageprogrammen aus China infiziert waren. Eine Überprüfung der Rechner durch Experten von Verfassungsschutz und Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hatte das schon vor Monaten ergeben. In einem vertraulichen China-Bericht stellte der Verfassungsschutz außerdem fest, dass die Bundesrepublik "begehrtes Aufklärungsziel der chinesischen Wirtschaftsspionage" ist.
lis/Reuters