WLAN in Flugzeugen: FBI warnt vor Hacker-Attacken - DER SPIEGEL
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Flugverkehr FBI warnt vor Hackerangriffen auf Flugzeugelektronik

Die WLAN-Netze in Flugzeugen sind potenzielle Ziele für Hacker, erklärt das FBI. Deshalb solle das Flugpersonal verstärkt auf verdächtige Passagiere achten. Auslöser für die Warnung war ein Tweet, abgesetzt von Bord einer Maschine.
Blick aus dem Cockpit über Paris: Experte warnt vor Panikmache
Blick aus dem Cockpit über Paris: Experte warnt vor Panikmache

Blick aus dem Cockpit über Paris: Experte warnt vor Panikmache

Foto: dpa Picture-Alliance / Vincent Isore/ picture alliance / dpa
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Vor wenigen Tagen machte der IT-Sicherheitsexperte Chris Roberts mit einem scherzhaften Tweet auf Sicherheitslücken in modernen Verkehrsflugzeugen aufmerksam. Daraufhin wurde er vom FBI aus einem Flugzeug der United Airlines geholt, später durfte er mit der Airline nicht mehr fliegen. Jetzt warnt das FBI gemeinsam mit der für Grenzkontrollen zuständigen Transportsicherheitsbehörde (TSA) Fluggesellschaften selbst vor Angriffen auf flugzeugeigene Computersysteme.

Laut "Wired" stellen die Behörden in einem Schreiben fest, es gebe bislang zwar keine Anzeichen dafür, dass ein Angreifer über das bordeigene WLAN oder das Entertainment-Netz Zugriff auf die Flugzeugnavigation erlangt habe . Allerdings seien derartige Risiken ernst zu nehmen. Derzeit werde untersucht, wie wahrscheinlich ein entsprechendes Bedrohungsszenario für Passagiermaschinen sei.

Dem Flugpersonal rät das FBI, darauf zu achten, ob sich Passagiere etwa an den unter den Sitzen verborgenen Netzwerkanschlüssen zu schaffen machten oder einen Computer mit ihnen zu verbinden versuchten. Durch das große Medienecho auf den Tweet von Roberts könnten sich Einzelne zu derartigen Aktionen ermutigt fühlen.

Verdächtiges Verhalten soll jetzt gemeldet werden

Dieser unberechtigte Zugriff verstoße gegen amerikanische Bundesgesetze. Verdächtiges Verhalten sollte auf alle Fälle gemeldet werden. Außerdem empfiehlt das FBI, die Netzwerk-Logs des Flugzeugs auszuwerten, um etwaige verdächtige Aktivitäten zu erkennen.

Diese Reaktion dürfte dem Sicherheitsexperte Chris Roberts allemal besser gefallen als die erkennungsdienstliche Behandlung durch das FBI. Er hatte von Bord getwittert, er könne ja einmal versuchen, via Bordkommunikation alle Passagiere zum Aufsetzen der Sauerstoffmasken auffordern. Nach der Landung wartete bereits das FBI auf ihn.

Sein Tweet war zu lesen als scherzhafte Antwort auf einen Bericht des amerikanischen Rechnungshofes (GAO) . Darin wurde Mitte April vor dem Risiko eines Hackerangriffs über das WLAN an Bord von Flugzeugen gewarnt. Eigentlich aber, so Roberts zu "Wired", sei dieser Tweet ein Akt der Verzweiflung gewesen. Über Jahre habe er die Airlines auf die Risiken wegen der Anfälligkeit der Flugzeugelektronik hingewiesen.

Experte warnt vor übertriebener Panikmache

Wiederholt habe er sich auch mit Herstellern wie Airbus und Boeing in Verbindung gesetzt, ohne jemals auf besondere Resonanz gestoßen zu sein. Roberts behauptet, in der Vergangenheit habe er seinen Computer bereits mehr als ein Dutzend mal mit der Elektronikbox verbunden, die unter manchen Sitzen zu finden ist.

Der IT-Sicherheitsforscher Bruce Schneier warnte hingegen vor übertriebener Angst. Natürlich sei ein Szenario denkbar, in dem ein Hacker in das Flugzeug-WLAN eindringt, das in Maschinen der neuesten Generation zugleich der Flugzeugsteuerung und den Passagieren für ihre Internetverbindung dient, schreibt er auf seinem Blog . Doch seien derzeit keine Sicherheitslücken bekannt, die das ermöglichen würden.

meu