Wütende Fans Südkoreaner attackieren Fifa-Server
Es ist immer bitter, wenn man wegen umstrittener Entscheidungen aus dem Turnier fliegt. In Südkorea hat sich die Empörung über das Ausscheiden der eigenen Mannschaft, die am Freitag nach einer 0:2-Niederlage gegen die Schweiz die Koffer packen musste, auf die Webseite des Weltfußballverbandes Fifa kanalisiert.
4,2 Millionen Nachrichten seien an den Server verschickt worden, berichtet die südkoreanische Zeitung "Joong-Ang Daily". Ein Fan habe nach dem Spiel eine Online-Petition initiiert, in der die Fifa aufgefordert wurde, das Spiel wiederholen zu lassen. Es habe Fehlentscheidungen des Schiedsrichters gegeben.
So hätte Südkorea in der ersten Halbzeit einen Elfmeter nach dem Handspiel eines Schweizers im Strafraum bekommen müssen. Außerdem sei das 2:0 ein Abseitstor gewesen. Wenn fünf Millionen Protestschreiben online bei der Fifa eingehen würden, versprach der südkoreanische Fan, dann müsse das Spiel wiederholt werden.
Das Spiel wird natürlich nicht wiederholt, auch wenn die Proteste beim Weltfußballverband angekommen sind. Dieser musste eingehende Nachrichten von südkoreanischen Surfern auf seiner Webseite blockieren, wie Fifa-Sprecher Pekka Odriozola gestern erklärte. Es handle sich um eine "organisierte Attacke". "Die Fifa-Seite war davon betroffen, die WM-Webseite war Okay", sagte Odriozola.
In Südkorea machen zudem Verschwörungstheorien die Runde. Da müsse doch vom Weltverband nachgeholfen worden sein, wird laut "Joong-Ang Daily" in Foren gemunkelt. Komme nicht Fifa-Chef Sepp Blatter selbst aus der Schweiz, gegen dessen Team die Südkoreaner nun unterlegen waren?
hda