Yahoo schließt Suchmaschine AltaVista - DER SPIEGEL
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Suchmaschinen-Pionier Das Web verabschiedet sich von AltaVista

Schluss mit der Neunziger-Nostalgie: Kommende Woche schließt Yahoo seine Suchmaschine AltaVista endgültig. Damit verschwindet ein Suchdienst, der einst ähnlich beliebt war wie heutzutage Google. Überraschend ist sein Aus allerdings nicht.
AltaVista-Logo: Bis zum 8. Juli kann man noch suchen wie in den Neunzigern
AltaVista-Logo: Bis zum 8. Juli kann man noch suchen wie in den Neunzigern

AltaVista-Logo: Bis zum 8. Juli kann man noch suchen wie in den Neunzigern

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"AltaVista. Was ist das?" - mit dieser Überschrift meldete die "New York Times" (NYT) am Montag, dass Yahoo seine Suchmaschine AltaVista am 8. Juli abschaltet . Vermutlich ist das die passendste Einordnung der Entscheidung, die Yahoo beiläufig per Blogpost bekanntgab . Denn mit AltaVista  suchte in Zeiten von Google, Bing und Co. kaum noch jemand.

Zudem - und darauf spielt die "NYT"-Zeile eigentlich an - dürfte es zahlreiche Internetnutzer geben, die den Suchdienst nicht einmal kennen: weil sie selbst zu jung sind oder weil sie erst seit den Nullerjahren Zugang zum Internet haben. Da gab es längst effektivere Wege, im Netz nach Inhalten zu suchen.

Mitte der Neunziger war das anders. Ende 1995 gestartet, etablierte sich AltaVista schnell als eine der ersten ernstzunehmenden Suchmaschinen. Mehrere Jahre lang zählte der Suchdienst zu den beliebtesten Internetangeboten. Wer nicht mit Webkatalogen und Linklisten hantieren wollte, für den war AltaVista ein für damalige Verhältnisse komfortabler Weg, sich im Netz zurechtzufinden.

Entsprechend ist der Markenname bei vielen Internetnutzern positiv besetzt, erst recht beim Blick durch die Nostalgie-Brille. Einen lesenswerten Nachruf hat Danny Sullivan bei SearchEngineLand  veröffentlicht. AltaVista habe schon beim Start für Begeisterung gesorgt, erinnert sich Sullivan darin. Die Suchmaschine habe rund 20 Millionen Websites erfasst, in einer Zeit, in der ein Index von zwei Millionen Websites als groß galt.

Yahoo hat das Ende bereits 2010 angekündigt

Doch allen Erinnerungen zum Trotz: Ernsthafte Kritik an Yahoos jetziger Entscheidung gibt es praktisch keine, zu uneigenständig und unbedeutend ist der Dienst mit der Zeit geworden. Seine Absicht, AltaVista abzuschalten, hatte Yahoo sogar schon 2010 bekanntgegeben.

In den sozialen Netzwerken wird die Meldung vom AltaVista-Aus entsprechend eher überrascht kommentiert - zahlreiche Nutzer wunderten sich, dass der Dienst überhaupt noch online war. Der Tech-Journalist Harry McCracken  twitterte: "Jetzt, wo sich AltaVista verabschiedet, haben wir alle mehr Zeit, uns über die fortwährende Existenz von CompuServe.com  zu wundern."

mbö