Youtube-Clips: Berlusconi-Konzern verklagt Google - DER SPIEGEL
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Youtube-Clips Berlusconi-Konzern verklagt Google

Der italienische Mediaset-Konzern verlangt von Googles Videoportal YouTube 500 Millionen Euro Schadenersatz. Der Vorwurf: Der US-Konzern gehe nicht gegen Urheberrechtsverletzungen vor.
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Rom - Es ist eine einfache Rechnung: Der italienische Mediaset-Konzern hat bei Googles Videotochter YouTube Tausende vom Konzern produzierte Videoclips entdeckt. Allein am 10. Juni seien mindestens 4.643 solcher illegalen Kopien von Mediaset-Sendungen mit einer Gesamtlänge von 325 Stunden identifiziert worden.

Mit den Zugriffszahlen hochgerechnet habe Mediaset durch de YouTube-Clips den geschätzten Umsatz von 315.672 Sendetagen verloren. YouTube erklärte in einer ersten Stellungnahme, es gebe keinen Grund für eine juristische Auseinandersetzung. Man verbiete Nutzern schon lange das Hochladen urheberrechtlich geschützten Materials.

YouTube arbeite, so formuliert es das Unternehmen in der von der Nachrichtenagentur Bloomberg veröffentlichten Stellungnahme , "mit allen Rechteinhabern, um solche geschützten Inhalte zu erkennen und schnell zu entfernen, sobald YouTube davon offiziell in Kenntnis gesetzt wird".

Ob Mediaset bislang auf diesem Weg versucht hat, die Videos entfernen zu lassen, ist derzeit unklar.

In vergleichbaren Prozessen gehen mehrere Medienkonzerne gegen YouTube vor. Im April hat der französische Fernsehsender TF1 die Betreiber des Videoportals YouTube verklagt. TF1 verlangt 100 Millionen Euro Schadenersatz. Begründung: "Parasitentum" und unerlaubte Übernahme von TF1-Inhalten. Vor US-Gerichten sind Klagen der MTV-Mutter Viacom und des Kinostudios Paramount anhängig. Viacom verlangt eine Milliarde US-Dollar (rund 625 Millionen Euro) Schadenersatz.

YouTube hat als Reaktion auf die Verfahren im vorigen Oktober eine Filtersoftware eingeführt, die geklaute Filme und Sendungen aufspüren und automatisch blockieren soll (siehe Kasten).

lis/AP