16 Tage Seenot Dutzende Tote im Roten Meer
Dramatische Szenen haben sich auf einem Flüchtlingsschiff abgespielt, das 16 Tage im Roten Meer trieb. Von 120 Menschen überlebten nur 50. Sechs von ihnen waren noch in der Lage sich auf den eigenen Beinen zu halten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Mogadischu - Das in Seenot geratene Schiff war vor 17 Tagen in der Nähe der Hafenstadt Bossaso in See gestochen. Dann nahm das Drama seinen Lauf. Innerhalb der nächsten 16 Tage starben 70 der rund 120 Menschen an Bord. Viele von ihnen verdursteten.
Die 50 überlebenden Passagiere überstanden die Odyssee völlig geschwächt. Das Schiff erreichte am Sonntag die Küstenstadt Las Qorey in Somalia. Nach Augenzeugenberichten waren nur sechs Seemänner bei der Ankunft fähig, sich auf den Beinen zu halten. Dutzende völlig geschwächte Menschen mussten an Land schnell zum Arzt gebracht werden.
Die Opfer sind Flüchtlinge aus Äthopien und Somalia mit dem Ziel Jemen. Zwei schwangere Frauen brachten auf See ihre Kinder zur Welt.