30 Verletzte Nebelhornbahn rast in Mittelstation
Kempten - An dem Unglück waren zwei Gondeln beteiligt. Dies sagte der Vorstand der Nebelhornbahn AG, Augustin Kröll, der Deutschen Presseagentur. 14 Menschen wurden in der Mittelstation verletzt, als die talwärts fahrende Gondel ungebremst einfuhr und gegen das Sicherungsgeländer prallte. Auf Grund dieses Unfalls fuhr die am selben Seil hängende bergwärts fahrende Gondel zu schnell in die Bergstation ein. Hier seien drei Menschen verletzt worden.
Die Unglücksursache sei unklar, sagte Kröll. Die technisch sehr moderne Seilbahnanlage verfüge über eine vollautomatische Steuerung. Die talwärts fahrende Gondel hätte normalerweise bei der Einfahrt in die Station auf Null heruntergebremst werden müssen. Dies sei nicht geschehen. Staatsanwaltschaft und Sachverständige ermitteln nach Krölls Worten, ob menschliches oder technisches Versagen zu dem Unglück führte.
Das Unglück auf dem Nebelhorn hatte sich gegen 15.45 Uhr ereignet. Die Schwerverletzten wurden mit Hubschraubern in umliegende Kliniken gebracht. Unter ihnen ist auch ein siebenjähriges Kind. Rund 500 Touristen befanden sich zur Unglückszeit noch auf dem 2224 Meter hohen Berg. Sie wurden vom Bundesgrenzschutz nach und nach ebenfalls mit Hubschraubern ins Tal gebracht, sagte eine Sprecherin des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Die Rettungsarbeiten liefen in den Abendstunden noch auf Hochtouren. Notarzt, Rettungsdienste und Bergwacht waren mit zahlreichen Kräften im Einsatz.
Die Nebelhornbahn ist die höchste Seilbahn im Allgäu. Erstmals fuhr sie vor 70 Jahren von der Talstation in Oberstdorf bis zum Nebelhorngipfel, seit ihrem Bau 1930 beförderte sie rund 15 Millionen Passagiere. Bis zu 500 Menschen können heute mit der Seilbahn stündlich den Gipfel erklimmen.