36-Millionen-Jackpot Das Fieber steigt
Koblenz - Der 36-Millionen-Jackpot locke bestimmt auch Spieler aus den Nachbarländern an, sagte Hans Joachim Schmitz von der Lotto-Gesellschaft in Rheinland-Pfalz am Donnerstag. Schließlich ist es fast sieben Jahre her, dass mit 42,3 Millionen Mark noch mehr Geld zu gewinnen war.
Immerhin neun Gewinner erreichten am Mittwochabend die zweite Gewinnklasse - sechs Richtige ohne Superzahl. Die Spieler aus Nordrhein-Westfalen (3), Baden-Württemberg (3), Hessen (1), Thüringen (1) und in Hamburg (1) müssten sich mit dem vergleichsweise bescheidenen knapp 500.000 Mark zufrieden geben, erklärte der Sprecher von WestLotto, Elmar Bamfaste.
Glücksritter tragen 200 Millionen Mark in die Annahmestellen
"Jetzt ist die Faszination vom großen Glück endgültig da", sagte Bamfaste. Er rechnet für diesen Samstag mit einem bundesweiten Spieleinsatz von mehr als 200 Millionen Mark und damit einer Gesamtgewinnsumme von mehr als 100 Millionen Mark.
Dass der Jackpot am Mittwoch stehen geblieben ist, hat laut Schmitz sogar Lotto-Experten überrascht. Die meisten gezogenen Zahlen (1, 2, 5, 8, 25, 27 - Zusatzzahl: 26; Superzahl: 9) gehörten zu so genannten "kleinen Hausnummern". Damit sind alle Zahlen unter 31 gemeint, die von den Tippern angekreuzt werden, die Geburts- oder Hochzeitstage als ihre Glücksziffern wählen. "Diese niedrigen Zahlen sind normalerweise Jackpot-Killer", sagte Schmitz.
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Der 36-Millionen-Pott hat sich nach Angaben von Bamfaste in mehr als vier Wochen aufgebaut: bei neun Lottoziehungen seit dem 23. Mai. Auch am Mittwoch versuchten noch viele in letzter Minute ihr Glück. Entsprechend hoch war der Umsatz: Rund 95 Millionen Mark nahmen die Lotto-Gesellschaften ein, erläuterte Schmitz. In der Vorwoche seien es 60 Millionen gewesen. Doch auch das reicht noch lange nicht an die Umsätze des Samstagslotto heran, der im Schnitt bei 150 Millionen Mark liege.
Am vergangenen Samstag hatten die Lottospieler laut Bamfaste sogar 187 Millionen Mark eingesetzt, um den bis dahin auf 26 Millionen Mark angeschwollenen Jackpot zu knacken. Am 10. September 1994, als der Jackpot auf die bisherige Rekordsumme von 42 Millionen Mark angewachsen war, hatten die Glücksritter 345 Millionen Mark in den Annahmestellen gelassen. 35,5 Millionen Scheine wurden damals abgegeben, auf vier von ihnen entfiel dann der zu teilende Supergewinn.
"Mittwochs ist die Beteiligung immer noch geringer", sagte Bamfaste. "Es ist in den Köpfen noch nicht richtig drin, dass es mittwochs und samstags die gleiche Gewinnchance gibt." Dabei hat der Deutsche Lotto- und Totoblock bereits Ende 2000 das neue rollierende System eingeführt, mit der die Mittwochsziehung dem Samstagslotto angeglichen wurde. Seitdem baut sich der Lotto-Jackpot auch von Samstag zu Mittwoch und nicht mehr nur von Samstag zu Samstag auf.
Am Mittwoch konnte dann bei der 1000. Ziehung der höchste mögliche Gewinn in der fast 20-jährigen Geschichte des Mittwochslottos geholt werden: Das viele Geld lockte auch Menschen an, die bisher gegen das Lotto-Fieber resistent waren. "Wir haben eine Unmenge an Neuspielern", sagte Bamfaste. Viele hätten sich in Tippgemeinschaften in der Familie, unter Freunden oder Kollegen zusammengetan. "Die Leute wollen das Glück gemeinsam erleben und sind dann auch bereit zu teilen."
Mit einem müssen die Spieler auf jeden Fall teilen: dem Staat. Denn nur 50 Prozent Einsätze werden für Gewinne verwendet, der Rest geht laut Schmitz für Kultur- oder Sportausgaben in die Länderhaushalte und als Steuer direkt ans Finanzministerium.