Kuba vs. USA Das Gerangel um Elián geht weiter
Miami/Havanna - "Sie möchten, dass Eliáns Vater bei ihnen bleibt und ein Teil der Familie ist", sagte Familienanwalt Roger Bernstein am Montag im amerikanischen TV-Sender CNN. Dann könne man eine faire Lösung für den Sechsjährigen finden. Voraussetzung sei aber, "dass Miguel als freier Mann kommt". Bernstein schwächte damit Äußerungen eines anderen Anwalts vom Wochenende ab, der die Eignung von Miguel González als Vater in Zweifel gezogen hatte.
In Miami wollten am Montag Familienanwälte und Vertreter der Einwanderungsbehörde INS erneut über das weitere Schicksal des Jungen beraten. Bis zu diesem Dienstag fordert die INS die schriftliche Zusicherung, dass die Familie Elián im Falle einer entsprechenden Gerichtsentscheidung zu seinem Vater nach Kuba zurückkehren lässt. Nach Medienberichten verlangt die Behörde auch, dass der Junge seinem Vater sofort übergeben wird, wenn dieser in die USA kommen sollte. Ohne diese Erklärung will die INS den Verwandten das Sorgerecht entziehen.
Der kubanische Staats- und Parteichef Fidel Castro kündigte am Sonntag in Havanna an, dass Eliáns Vater auch ohne die Begleitung einer Delegation in die USA reisen könne. Dies gelte aber nur, wenn er den Jungen unmittelbar mitnehmen könne. Für einen längeren Aufenthalt im fremden Land benötige er die Unterstützung von Freunden, Lehrern, Psychologen und Klassenkameraden des Jungen.
Die US-Einwanderungsbehörde will, dass Elián so schnell wie möglich zu seinem Vater zurückkehrt. Dagegen haben die Angehörigen in Miami geklagt. Die Mutter war bei der Flucht vor vier Monaten ertrunken.