Abrechnung - DER SPIEGEL
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SACHBUCH Abrechnung

• aus DER SPIEGEL 33/2002
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Er lernte, wie man aus drei Säcken Dünger und ein paar Litern Dieselöl das hochexplosive ANFO herstellt, er übte arabische Dialekte sowie die Fertigkeit, Klapperschlangen zu fangen, zu braten und zu verspeisen. In Madras trickste er KGB-Agenten aus, in Duschanbe kroch er unter Flak-Feuer herum: Robert Baer, 21 Jahre in Diensten der CIA, war Case Officer - also als Agent immer dort, wo es am dreckigsten und gefährlichsten zugeht. Offenbar ein undankbarer Job; im Herbst 1997 quittierte Baer seinen Dienst. Er war genervt von der Bürokratisierung der CIA, und er war enttäuscht von der Tendenz, die Informationsbeschaffung immer mehr den Spionagesatelliten zu überlassen, statt sich auf »Street Worker« zu verlassen, auf Leute wie ihn. Sein Erfahrungsbericht ist Biografie und Abrechnung zugleich; über weite Passagen sehr lesbar und manchmal sogar komisch. Dann wieder schlägt die Bitterkeit eines Mannes durch, der sein Leben der Abwehr gegen islamischarabischen Terror geweiht hatte - und der zusehen musste, wie man seine Warnungen ignorierte. Zweifel am heiligen Auftrag Amerikas, die Welt nach US-Vorbild zu modellieren, sind Baer freilich fremd. Und natürlich sind seine abenteuerlichen Schilderungen des Spionagehandwerks auch nie nachprüfbar. Zwei gewichtige Gründe sprechen allerdings für die Richtigkeit seiner These vom Niedergang der CIA: die ausradierten Türme des World Trade Center.

Robert Baer: »Der Niedergang der CIA. Der Enthüllungsberichteines CIA-Agenten«. C. Bertelsmann Verlag, München; 416 Seiten;23,90 Euro.

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