Abstinenz statt Verhütung Bush fordert Enthaltsamkeit
Washington - Weniger Sex, weniger Krankheiten. Diese einfache Gleichung stellte Präsident George W. Bush in seiner Rede zur Lage der Nation auf. "Abstinenz ist für junge Leute ein sicherer Weg, sexuell übertragbare Krankheiten zu verhindern", sagte Bush wörtlich. Deshalb sollen die Zuschüsse für Programme zur Unterstützung der Enthaltsamkeit noch im Wahljahr auf rund 270 Millionen Dollar verdoppelt werden.
Kritik an dieser Entscheidung kam jetzt vom Präsident der Organisation "Fürsprecher der Jugend", James Wagones. Die vom Präsidenten bevorzugten Programme enthielten den Jugendlichen wichtige Informationen vor, etwa über die Wirksamkeit von Kondomen als Schutz vor Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten.
Auch Forscher der amerikanischen Gesundheitsbehörde (CDCP) forderten, dass Aufklärungsprogramme Abstinenz und Verhütung gleichermaßen betonen sollten.
Regelrecht absurd scheint Bushs Entschluss angesichts einer noch unabhängigen Studie von Wissenschaftlern aus Minnesota. Diese fanden heraus, dass sich unter den jugendlichen Teilnehmern von Abstinenz-Programmen die sexuelle Aktivität verdoppelte.