Absturz in Queens "Es gab Panik, nur Panik"
New York - "Die Stadt ist in erhöhter Alarmbereitschaft", sagte Giuliani. Alle verfügbaren Angehörigen der Polizei, Sanitätsdienste und der Feuerwehr wurden aufgerufen, sich bereitzuhalten. Alle Brücken und Tunnel im Großraum New York wurden geschlossen, um sie für die Rettungskräfte freizuhalten. Die drei Flughäfen der Region, John F. Kennedy, La Guardia und Newark, wurden kurzzeitig geschlossen. Flugzeuge im gesamten Nordosten der USA wurden an ihre Abflugorte zurückbeordert. Mittlerweile ist der JFK-Airport für Landungen wieder geöffnet, auch die meisten Tunnel und Brücken in New York sind wieder befahrbar.
Das Gebäude der Vereinten Nationen in Manhattan wurde abgeriegelt, aber nicht evakuiert. Die Uno kommt derzeit zu ihrer Generalversammlung zusammen. Bundesaußenminister Joschka Fischer hat dem amerikanischen Volk wegen des Flugzeugabsturzes vor Beginn seiner Rede vor den Vereinten Nationen in New York sein Beileid ausgesprochen. Er äußerte sich "schockiert und entsetzt". Zuvor - kurz nach dem Absturz - war die Uno-Vollversammlung unterbrochen worden. Es gebe keinen Grund für eine Evakuierung, hieß es. Auch der britische Premierminister Tony Blair äußerte sich betroffen.
Die Menschen an der Absturzstelle am Rockaway Beach Boulevard suchten panikartig Schutz, als die Maschine abstürzte. "Es gab Panik, nur Panik", schilderte eine Frau die Szenen nach dem Aufprall.
Die Unglücksstelle befindet sich am äußersten Rand des Stadtteils Queens auf Long Island, nahe der Wasserfront zum Atlantik. Die Einflugschneise des JFK-Airports liegt in unmittelbarer Nähe. Die dortige Gegend wird von kleineren mehrstöckigen Gebäuden und Einfamilienhäusern dominiert. Nach ersten Angaben sind zwölf Gebäude beschädigt oder stehen in Flammen. Die Brände scheinen aber mittlerweile unter Kontrolle. In zwei Schulen des Stadtteils wurden Notfallzentren eingerichtet.
Bürgermeister Giuliani sagte, der Stadtbezirk Rockaway sei bereits durch die Terrorattacken am 11. September hart getroffen worden. Viele der bei den Rettungsarbeiten ums Leben gekommenen Feuerwehrleute hätten in Rockaway gelebt.