Abtreibungsschiff Ankunft verzögert sich
Dublin - Die Organisatoren gaben am Donnerstag bekannt, die schwimmende Klinik werde voraussichtlich erst am Freitag in Dublin eintreffen. Der irische Gesundheitsminister Michael Martin hat das Unterfangen der Holländerinnen als einen "Werbegag" verurteilt. Die Organisatoren seien in irischen Gewässern irischen Gesetzen unterworfen, mahnte der Minister.
Irische Abtreibungsgegner haben Proteste angekündigt. Christliche Organisationen sprachen von einem "Schiff des Todes", das nach Piraterie und Drogenschmuggel eine ganz neue Form von Kriminalität auf hoher See praktiziere.
Die Organisation Human Life International kündigte an, sie werde ihr eigenes Schiff in den Hafen von Dublin entsenden. Auf dem Rettungsboot sollen Frauen als "Alternative zum Tod" praktische Schwangerschaftsberatung bekommen.
Bischof Michael Cox in Cork an der Südostküste Irlands hat sogar angekündigt, mit dem Fischereiboot "Little Bishop" und einer "Armada von Schiffen" im Hafen von Cork die "Aurora" zu blockieren.
Richard Welch, Präsident von Human Life International, hatte die holländische Aktion bereits vor Tagen mit den "blutrünstigen Tagen der Piraterie" verglichen. Er fragte: "Was passiert, wenn auf diesem Schiff des Todes eine Frau stirbt?" Die unabhängige irische Parlamentsabgeordnete Mildred Fox verlangte die Verhaftung der Schiffsbesatzung.
Die holländische Stiftung "Women on Waves" will auf dem umgebauten Fischkutter vor der irischen Küste in internationalen Gewässern Abtreibungen vornehmen. Weil in Irland Abtreibungen gesetzlich verboten sind, müssten jährlich etwa 6000 irische Frauen nach Großbritannien ausweichen, sagte eine Sprecherin der Stiftung in Amsterdam. Das sei "heuchlerisch", und deshalb bräuchten die Irinnen jetzt Hilfe aus Holland.