Abu Sayyaf Rebellenführer getötet?
Manila - Das Militär prüfe Berichte über den Tod des Extremistenführers Khadafi Janjalani, sagte ein Armeesprecher am Samstag. Auch soll Abu-Sayyaf-Sprecher Abu Sabaya verwundet worden sein.
Die moslemischen Rebellen haben sich in einer Ortschaft auf der philippinischen Insel Basilan verschanzt und ein Krankenhaus besetzt. Zwei Hubschrauber feuerten am Samstag Raketen auf das Krankenhaus in Lamitan ab, in dem 40 Rebellen nach offiziellen Angaben Patienten und Ärzte sowie mehrere zuvor entführte Geiseln festhalten. Gouverneur Wahad Akbar erklärte, vier der 20 Geiseln seien entkommen, darunter ein achtjähriger Junge. Die Abu Sayyaf hatten die Touristen, darunter drei US-Bürger, aus einer Ferienanlage entführt.
Einer der Anführer der Abu Sayyaf, Abu Suleiman, erklärte, er habe in Lamitan 200 Menschen in seiner Gewalt, nach Militärangaben handelte es sich jedoch nur um 20 Geiseln. Suleiman sagte dem Radiosender RMN, er kommandiere ein Selbstmordkommando und drohte, alle Geiseln umzubringen, falls die Regierung ihre Offensive nicht abbreche.
Die Polizei versuchte mehrmals, das Krankenhaus und ein Kirchengebäude wieder unter ihre Kontrolle zu bringen, scheiterte jedoch. Nach Augenzeugenberichten wurden sechs Soldaten bei den Gefechten getötet. Auch einige Rebellen und Zivilisten sollen ums Leben gekommen sein.
Tausende Zivilisten flüchteten vor den Gefechten aus der Ortschaft. Nur wenige Kilometer entfernt gingen die Gefechte zwischen rund 100 Abu-Sayyaf-Kämpfern und den Regierungstruppen in den zweiten Tag.
Im vergangenen Jahr hatten die Abu Sayyaf mehrere Dutzend Geiseln genommen, darunter auch die deutsche Familie Wallert. Die meisten Geiseln wurden nach Zahlung eines Lösegeldes freigelassen. Zwei entführte philippinische Lehrer wurden dagegen geköpft.