Achterbahn-Brand: Experten suchen nach der Ursache - DER SPIEGEL
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Achterbahn-Brand Experten suchen nach der Ursache

Einen Tag nach dem Großbrand auf einer Achterbahn im "Phantasialand" haben Experten mit der Suche nach der Unglücksursache begonnen. Die Zahl der Verletzten stieg auf 63.
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Brühl - Die Brandstelle in dem Freizeitpark in Brühl bei Köln konnte am Mittwoch für die Ermittlungen freigegeben werden, nachdem Statiker die Standfestigkeit der abgebrannten Konstruktion bescheinigt hatten, wie ein "Phantasialand"-Sprecher mitteilte.

Die Behörden im zuständigen Kreis Bergheim korrigierten die Zahl der zumeist durch Rauchgas verletzten Besucher am Mittwoch auf 63. Neun Opfer mussten noch im Krankenhaus behandelt werden. Drei von ihnen - darunter eine schwangere Frau und ein Asthma-Patient - blieben sicherheitshalber zur Beobachtung auf der Intensivstation.

Ermittler der Kripo aktiv

Der Kölner Regierungspräsident Jürgen Roters sagte, es sei davon auszugehen, dass ein technischer Defekt zu dem Unglück geführt habe. Endgültige Klarheit werde es aber erst nach Abschluss der Untersuchungen der Brandsachverständigen geben. Die Ermittler der zuständigen Kriminalpolizei wurden von einem Spezialisten des Düsseldorfer Landeskriminalamts (LKA) unterstützt.

Man sei "an einer großen Katastrophe vorbeigeschrammt", sagte Roters. Das Holz und die Kunststoffverkleidung in der betroffenen Anlage hätten sehr schnell gebrannt. Er verwies zugleich darauf, dass die Bahn von Sachverständigen abgenommen worden sei. Man müsse sich aber fragen, ob es Möglichkeiten gebe, den Brandschutz insgesamt noch zu optimieren.

"Phantasialand"-Inhaber Gottlieb Löffelhardt betonte, die schnelle Ausbreitung der Flammen sei durch das verwendete Baumaterial begünstigt worden. Dieser Kunststoffschaum sei im Baujahr 1976 zulässig gewesen, sagte Löffelhardt. Eine Umrüstung auf das heutzutage übliche feuerfeste Material habe sich aus statischen Gründen verboten. Alle behördlichen Vorschriften seien beachtet worden.

Sicherheitskonzept hat sich bewährt

Auch der Brühler Bürgermeister Michael Kreuzberg (CDU) betonte, das Sicherheitskonzept des "Phantasialands" habe sich nach dem Brand bewährt. Seit dem schweren Zugunglück von Brühl im vergangenen Jahr hätten die Rettungskräfte mehrmals groß angelegte Katastrophenschutz-Übungen vorgenommen, sagte Regierungspräsident Roters. Davon habe man jetzt profitieren können. NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) hatte bereits am Dienstag vor Ort die Leistung der Rettungskräfte, aber auch die Mitarbeiter des Freizeitparks gelobt.

Der Brandschaden soll mindestens 20 Millionen Mark betragen. Das "Phantasialand" bleibt zunächst geschlossen und wird nach Angaben eines Sprechers frühestens Anfang nächster Woche wieder geöffnet.