Ärmelkanal: Kerosin-Tanker rammte Schiffswrack - DER SPIEGEL
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Ärmelkanal Kerosin-Tanker rammte Schiffswrack

Vor zwei Wochen ist im Ärmelkanal der Autofrachter "Tricolor" gesunken. Jetzt lief ein türkischer Tanker auf das Schiff auf. An Bord: 70.000 Tonnen leicht entflammbares Kerosin.
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London - Der Tanker "Vicky" kollidierte gestern Abend mit der im flachen Wasser auf Grund liegenden "Tricolor", wie die Küstenwache in Dover mitteilte. Der in der Türkei registrierte Tanker kam nach zweieinhalb Stunden mit der Flut wieder frei und ging eine Seemeile weiter nördlich vor Anker. Dort soll die "Vicky" auf Schäden untersucht werden.

Der Kapitän des Tankers vermutet, dass sein Schiff nur leicht beschädigt wurde, wie ein Sprecher der Schifffahrtsbehörde in der französischen Hafenstadt Cherbourg mitteilte. Die Gefahr, dass leicht entzündliches Kerosin austreten könnte, wurde daher als gering eingestuft. Die 24 Mitglieder der Tankerbesatzung blieben an Bord.

Die "Tricolor" mit fast 2900 Autos an Bord war am 15. Dezember nach einem Zusammenstoß mit einem Containerschiff etwa 25 Kilometer nordöstlich von Dünkirchen gesunken. Am 17. Dezember war bereits der deutsche Frachter "Nicola" mit dem Wrack kollidiert und konnte nach wenigen Stunden wieder flott gemacht werden. Eine Sprecherin der Küstenwache in Dover sagte, die Schifffahrt im Ärmelkanal werde stündlich über Funk vor der Gefahrenstelle gewarnt. Der betroffene Meeresabschnitt wird jeden Tag von 400 bis 500 Schiffen passiert.

Die französischen Behörden wollen heute untersuchen, wie es zu einer zweiten Kollision kommen konnte. Wie die BBC berichtete, soll am Donnerstagmorgen bei Tageslicht zunächst noch einmal genau untersucht werden, wie stark die "Vicky" beschädigt worden ist. Zunächst waren weder Risse noch Lecks festgestellt worden. Von der 24 Besatzungsmitgliedern wurde niemand verletzt. Die "Vicky" war auf dem Weg von Antwerpen nach New York.

Ein Schlepper habe der "Vicky" die im Wasser liegende "Tricolor" signalisiert und eine Routenänderung empfohlen, trotzdem sei der Tanker direkt auf das Wrack zugefahren, sagte ein Sprecher der Meerespräfektur in Dünkirchen. Zwei Schlepper befanden sich zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes in der Zone, die ferner durch fünf Signalbojen gesichert sei.