Ätna-Ausbruch: Regierung ruft den Notstand aus - DER SPIEGEL
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Ätna-Ausbruch Regierung ruft den Notstand aus

Weitere Erdstöße haben die Bewohner der Region um den ausgebrochenen sizilianischen Vulkan Ätna in Angst und Schrecken versetzt. Die italienische Regierung hat inzwischen den Notstand ausgerufen. Experten schließen eine größere Katastrophe nicht aus.
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Catania - In der Nacht zum Mittwoch bebte die Erde rund um den Feuer spuckenden Berg drei Mal. Die Erschütterungen mit einer Stärke zwischen 2,0 und 2,9 auf der Richterskala richteten nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa aber keine neuen Schäden an. Am Dienstag hatte ein Beben der Stärke 4,4 zahlreiche Gebäude beschädigt und mehr als 1000 Menschen obdachlos gemacht.

Der seit Sonntag anhaltende Ätna-Ausbruch wurde bisher von Hunderten kleinerer Beben begleitet, die die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt haben. Der mehr als 3000 Meter hohe Vulkan spuckt ununterbrochen weiter Lava und Asche in den Himmel.

Der Ätna sprüht Asche in den Himmel über Catania

Der Ätna sprüht Asche in den Himmel über Catania

Foto: REUTERS
Glühender Fluss: Lava strömt den Berg hinunter

Glühender Fluss: Lava strömt den Berg hinunter

Foto: REUTERS
Gleißendes Licht: Europas größter Vulkan zeigt seine Kraft

Gleißendes Licht: Europas größter Vulkan zeigt seine Kraft

Foto: AP
Machtlos: Ein Helfer betrachtet den brodelnden Riesen

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Foto: DPA
Eingestürzte Wände: Auch der Ort Santa Severina wurde vom Erdbeben erschüttert

Eingestürzte Wände: Auch der Ort Santa Severina wurde vom Erdbeben erschüttert

Foto: DPA
Unter Beobachtung: Die Lavamassen des Ätna

Unter Beobachtung: Die Lavamassen des Ätna

Foto: DPA
Schaurige Naturgewalten: Der Berg brodelt

Schaurige Naturgewalten: Der Berg brodelt

Foto: DPA
Spiel mit dem Feuer: Ein Mann läuft am Lavastrom entlang

Spiel mit dem Feuer: Ein Mann läuft am Lavastrom entlang

Foto: AP
Es regnet Asche: In Catania schützen sich die Menschen mit Schirmen

Es regnet Asche: In Catania schützen sich die Menschen mit Schirmen

Foto: AP


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Nach Ansicht des deutschen Vulkanologen Boris Behnke hat der neue Ausbruch zu Bewegungen des Ätna geführt: "Große Teile der Nordostseite des Vulkans sind um etwa einen Meter in Richtung Meer verschoben worden", berichtete der Wissenschaftler von der Universität Catania. Zudem hätten sich in der Nordostregion zahlreiche Spalten gebildet: "Der Berg ist in Bewegung."

Behnke warnte davor, den Ätna zu unterschätzen. Zwar bedrohe der Lavastrom derzeit keine Ortschaften. "Aber wenn größere Teile des Berges ins Rutschen geraten, wäre eine Katastrophe möglich." Dies habe sich bereits vor rund 3000 bis 10.000 Jahren ereignet. "Heute wäre ein solches Abrutschen die größte anzunehmende Katastrophe." Allerdings könne man noch nicht vorhersagen, wie sich die Lage weiter entwickle. Seit Mittwoch beobachten Experten, dass sich die Lava langsamer gen Tal schiebt.

Schon jetzt haben die Lavamassen Schäden in Millionenhöhe angerichtet. Am Skiort Linguaglossa an der Nordostseite hat das glühende Gestein Teile eines Pinienwaldes vernichtet, der als schönster Siziliens gilt. Helfer versuchten weiterhin, mit Schaufelbaggern Schneisen zu schlagen, um die Lavaströme umzulenken.

Der höchste Vulkan Europas war am Sonntag erstmals seit mehr als einem Jahr wieder ausgebrochen. Eine riesige Aschewolke liegt seitdem über Catania. Die Schulen sind geschlossen und für Motorräder und Mopeds ordnete der Bürgermeister wegen der hohen Unfallgefahr durch den Ascheregen ein Fahrverbot an. Zudem wurde der Flughafen gesperrt. Die Stadt hat die Verteilung von Schutzmasken angeordnet, nachdem viele Einwohner über Atemprobleme geklagt hatten. Die italienische Regierung hat am Dienstagabend den Notstand für die betroffene Region ausgerufen.

Neben dem Ätna schleuderte auch der Vulkan auf der nahe gelegenen Insel Stromboli Lavafontänen über 200 Meter hoch in den Himmel.