Afghanistan: Hausfrau soll 27 Männer erwürgt haben - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Afghanistan Hausfrau soll 27 Männer erwürgt haben

Eine afghanische Hausfrau soll in Kabul und Jalalabad 27 Männer, darunter auch ihren Ehemann, umgebracht haben. Die Leichen wurden in ihrem Haus gefunden. Die Frau hatte laut Anklage ihre Opfer zunächst betäubt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Kabul - Die mutmaßliche Täterin, Sherin Gul, wird beschuldigt, gemeinsam mit einer Bande von Autodieben vor allem Jagd auf Taxifahrer gemacht zu haben. Mit einem Trick soll die afghanische Hausfrau die Fahrer in ihre Wohnung gelockt haben: Sie bestellte die Taxis zu sich nach Hause, angeblich um jemanden ins Krankenhaus bringen zu lassen. Dann habe sie den Fahrern einen Tee im Haus angeboten. In dem Getränk befand sich der Anklage zufolge ein Betäubungsmittel, das die Männer außer Gefecht setzte. Anschließend habe sie die Fahrer getötet, sagte der Richter Abdul Bari Bakhtyari heute.

Die mutmaßliche Täterin befindet sich zurzeit im Kabuler im Pul-e-Charkhi-Gefängnis. Sherin Gul, ihr Sohn, ihr Geliebter und vier andere Komplizen hatten nach ihrer Festnahme vor einigen Monaten die Serienmorde gestanden. Die Opfer wurden laut Polizei mit einem Seil erwürgt. 17 Leichen hatten die Ermittler in Guls Wohnung in Jalalabad gefunden, die anderen in ihrem Haus in Kabul. Auch ihr Ehemann gehört zu den Opfern. Er scheint Polizeiangaben zufolge aber nach einem Streit getötet worden zu sein. Die anderen Opfer sollen Gul und ihre Bande dagegen umgebracht haben, um an ihre Autos und Geld zu gelangen.

"Sie und ihre Komplizen werden in naher Zukunft angeklagt", sagte Richter Bakhtyari. Mit welcher Strafe die mutmaßlichen Täter zu rechnen haben, falls sie schuldig gesprochen werden, konnte er nicht sagen.

Zu Zeiten der Taliban-Herrschaft wurden Mörder in Afghanistan öffentlich hingerichtet. Unter der Regierung von Präsident Hamid Karzai wurde bislang ein Mörder exekutiert, aber bereits mehrere zum Tode verurteilt.