Aids Handeln Bremer Apotheker mit Rezepten?
Bremen - Die Staatsanwaltschaft Bremen bestätigte am Freitagnachmittag, dass ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet worden sei. Bereits im November vergangenen Jahres seien erste Verdachtsmomente bekannt geworden. Damals hätten sich Vertreter der Bremer Aids-Hilfe und des Gesundheitsamtes an die Ermittlungsbehörden gewandt und von Drogenabhängigen berichtet, die Aids-Rezepte an Apotheken verkauften.
Die Angaben seien zunächst allerdings sehr unkonkret gewesen. Erst seit Donnerstag seien der Staatsanwaltschaft fünf Apotheken namentlich genannt worden, in denen angeblich Rezepte gegen Bargeld eingetauscht werden könnten. "Wir stehen erst ganz am Anfang unserer Ermittlungen", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Noch werde gegen unbekannt ermittelt.
Nach einem Bericht des Bremer Fernsehregionalmagazins "buten & binnen" sollen einige Apotheker für Rezepte bis zu 800 Mark zahlen und dann die hohen Kosten bei den Krankenkassen abrechnen, ohne die Präparate wirklich ausgegeben zu haben. Die Medikamenten-Kosten für den monatlichen Bedarf eines Aids-Kranken beziffert die Bremer AOK mit rund 2.500 Mark.