Air-Asia-Absturz Co-Pilot steuerte Maschine zum Zeitpunkt des Unglücks
Wrackteil der abgestürzten Air-Asia-Maschine: Bergung soll weitergehen
Foto: Achmad Ibrahim/ AP/dpaJakarta - Die vor Indonesien abgestürzte Air-Asia-Maschine ist Ermittlern zufolge vom französischen Co-Piloten gesteuert worden. "Der Stellvertreter ist geflogen", sagte Chef-Ermittler Mardjono Siswosuwarno auf einer Pressekonferenz. Der Pilot habe ihn dabei überwacht und vermutlich eingegriffen, als die Situation außer Kontrolle geriet.
Mardjono Siswosuwarno betonte, die Maschine sei flugtauglich gewesen, die Ladung habe innerhalb der zulässigen Gewichtsvorgaben gelegen. Die bisherige Auswertung des Flugdatenschreibers habe zudem ein "ziemlich klares Bild" dessen ergeben, was in den letzten Momenten vor dem Unglück passiert sei. Einzelheiten der Erkenntnisse gab der Chefermittler jedoch nicht preis. Die Auswertung der Flugschreiber sei noch nicht abgeschlossen und werde wohl noch mehrere Monate andauern.
Ein vorläufiger Untersuchungsbericht zum Absturz wurde inzwischen der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) übergeben, wie die Verkehrssicherheitsbehörde NTSC mitteilte. Der Report werde aber nicht öffentlich gemacht. Er enthalte allgemeine Informationen wie die Zahl der Passagiere und Details zu der Maschine, jedoch keine Daten der Flugschreiber.
Bergungsarbeiten sollen weitergehen
Der Air-Asia-Airbus war am 28. Dezember auf dem Weg von Surabaya in Indonesien nach Singapur aus bislang ungeklärten Gründen in die Javasee gestürzt. Kurz vor dem Unglück soll die Maschine in einen ungewöhnlich rasanten Steigflug gegangen sein. Im Cockpit waren offenbar schrille Alarmtöne zu hören. Alle 162 Menschen an Bord kamen ums Leben. Bislang wurden 70 Leichen geborgen.
Die Arbeiten am Wrack sollen nun doch weitergehen. Das sagte der Chef der Nationalen Such- und Rettungsbehörde, Bambang Sulistyo, am Mittwoch. Es werde aber eine zweitägige Pause für die Rettungskräfte eingelegt.
Das an der Suche beteiligte Militär hatte am Dienstag angekündigt, sich von der Bergung zurückzuziehen. Zuvor waren Versuche gescheitert, den Rumpf des Flugzeugs aus dem Wasser zu heben und weitere Leichen zu finden.