Unglück im Juni Einziger Überlebender des Air-India-Absturzes Vishwash schildert sein Leid
Überlebender Vishwash Kumar Ramesh
Foto: Jacob King / PA Wire / dpaEr saß auf Sitzplatz 11A: Als einziger Mensch an Bord überlebte der Brite Vishwash Kumar Ramesh den Absturz des Boeing 787-8 Dreamliners auf dem Weg nach London. Die Maschine stürzte am 12. Juni 2025 kurz nach dem Start vom Flughafen Ahmedabad in ein medizinisches College. Insgesamt starben 260 Menschen.
Fast vier Monate später spricht Ramesh erstmals mit britischen Medien über seine Erfahrungen. Es sei ein »Wunder«, sagt er, dass er entkommen sei – trotzdem leide er weiterhin unter körperlichen und seelischen Schmerzen. Der Vorfall habe bei ihm ständig Flashbacks ausgelöst, so der Brite zur Nachrichtenagentur PA.
Unglücksstelle in Ahmedabad
Foto: Sam Panthaky / AFPEs sei noch zu schmerzhaft, um über die Details des Absturzes zu sprechen. »Ich habe alles verloren – mein Glück. Gott hat mir das Leben geschenkt, aber mir auch all mein Glück genommen, und meiner Familie«, sagte Ramesh weiter. Er ist in Indien geboren, lebt seit 2003 in Großbritannien und hat die britische Staatsbürgerschaft. Er hat eine Frau und einen vierjährigen Sohn. Ramesh war mit seinem Bruder auf dem Rückweg nach Hause, nachdem er die Familie in Indien besucht hatte.
Durch Tod des Bruders alles verloren
In einem Gespräch mit dem Sender BBC ergänzte er: »Ich bin nur ein Überlebender. Ich kann es immer noch nicht glauben. Es ist ein Wunder.« Der 39-Jährige sagte, der Tod seines Bruders Ajay, der mit ihm im Flugzeug saß, bedeute, dass seine Familie »alles verloren« habe. Der Bruder sei seine »Stütze« gewesen.
Er beschrieb die verheerenden Auswirkungen, die diese Tortur auf sein Familienleben hatte: »Jetzt bin ich allein. Ich sitze einfach allein in meinem Zimmer und spreche nicht mit meiner Frau oder meinem Sohn. Ich bin einfach gern allein in meinem Haus«, sagte Ramesh.
Indiens Premierminister Narendra Modi besucht Vishwash Kumar Ramesh im Krankenhaus (Juni 2025)
Foto: AFPAuch körperlich leide Ramesh, so die BBC. Er sagte, er habe Schmerzen im Bein, in der Schulter, im Knie und im Rücken und sei seit der Tragödie nicht in der Lage, zu arbeiten oder Auto zu fahren. »Wenn ich gehe, gehe ich nicht richtig, sondern sehr langsam. Meine Frau hilft mir«, fügte er hinzu. Durch die Flashbacks bleibe er oft nachts wach und schlafe oft nur drei bis vier Stunden.
Die Fluggesellschaft teilte der BBC mit, dass Ramesh und seinen Angehörigen ein Gesprächsangebot unterbreitet wurde.