Alaska-Air-Absturz: Technische Mängel waren bekannt - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Alaska-Air-Absturz Technische Mängel waren bekannt

Flugzeuge vom Typ der abgestürzten Maschine haben offenbar öfter Probleme mit dem Heckstabilisator: Die Flugaufsichtsbehörde hatte bereits vor dem Unglück eine Überprüfung von 1000 MD-80s angekündigt. Der Stimmenrekorder ist inzwischen geborgen worden. Die Suche nach Überlebenden wurde eingestellt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Los Angeles - Der Stimmenrekorder des Flugzeugs, das am Montag vor der kalifornischen Küste ins Meer gestürzt war, ist zur Auswertung in die Labors der Nationalen Transportsicherheitsbehörde NTSB gebracht worden. Das Gerät hat die letzten Gespräche im Cockpit aufgezeichnet. Auch der Flugschreiber ist in 200 Meter Tiefe geortet worden.

Unterdessen wurde bekannt, dass die Maschine offenbar schon vor dem Flug von Mexiko nach Seattle Probleme mit dem Heckstabilisator hatte. Auf dem Hinflug nach Mexiko habe der Pilot auf Schwierigkeiten mit dem Stabilisator hingewiesen, berichtete die Zeitung "Seattle Times" am Mittwoch. Die amerikanische Transportsicherheitsbehörde werde dem nachgehen, sagte deren Chefermittler John Hammerschmidt.

Die Ermittler prüfen auch, ob die technischen Mängel nicht längst hätten bekannt sein müssen: Die Flugaufsichtsbehörde FAA hatte bereits vor möglichen korrodierten Scharnieren im Bereich des Heckstabilisators gewarnt und die Überprüfung von mehr als 1000 Maschinen angeordnet. Am Mittwoch war eine baugleiche MD-80-Maschine in Arizona notgelandet. Auch in diesem Fall hatte der Pilot ein Problem mit dem Stabilisator gemeldet.

Die amerikanische Küstenwache stellte die Suche nach Überlebenden offiziell ein. Vize-Admiral Tom Collins sagte am Mittwoch, es gebe keine Chance mehr, in dem kalten Wasser noch Überlebende zu finden. Jetzt gehe es darum, die Bergung voranzutreiben.

Die Alaska-Air-Maschine war mit 83 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern auf dem Flug von dem mexikanischen Urlaubsort Puerto Vallarta nach Seattle im US-Bundesstaat Washington. In San Francisco war eine Zwischenlandung geplant.