Algerien: Regenflut tötet 300 Menschen - DER SPIEGEL
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Algerien Regenflut tötet 300 Menschen

Die Regierung spricht von einer nationalen Katastrophe, Meteorologen von den heftigsten Regenfälle seit Jahrzehnten: Ein Unwetter in Algerien hat mindestens 300 Menschen getötet, Tausende wurden obdachlos. Noch ist der Regen nicht vorüber.
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Algier - Am schwersten betroffen war am Samstag die Hauptstadt Algier mit ihren 3,5 Millionen Einwohnern und dort der Arbeiterbezirk Bab el Qued. Rettungsdienste sagten der amtlichen Nachrichtenagentur APS, allein in Bab el Qued, das am Fuße eines Berges liegt, seien mindestens 60 Tote zu beklagen. Insgesamt wurden allein in Algier 224 Tote gezählt. Die Zahl von landesweit 300 Toten, mit denen die staatlichen Medien rechnen, dürfte noch deutlich steigen. Über 5550 Menschen wurden obdachlos.

Die heftigen Regenfälle hatten am Freitag eingesetzt.. Meteorologen sagten weiteren Regen bis Mitte der Woche voraus. Auch in mehreren algerischen Provinzen gab es schwere Überschwemmungen. Das Innenministerium rief die Weltöffentlichkeit zur Hilfe bei der Bewältigung auf. Die Regenfälle waren teils von starken Stürmen begleitet. Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt, Verkehrsverbindungen wurden unterbrochen.

Ministerpräsident Ali Benflis rief das Kabinett zu einer Sondersitzung zusammen. Nach Regierungsangaben sollte ein Krisenplan erstellt werden, um die Hilfen zu koordinieren und die Schäden an der Infrastruktur zu beseitigen.