Alle Flüge eingestellt: Concorde vor dem Aus - DER SPIEGEL
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Alle Flüge eingestellt Concorde vor dem Aus

British Airways lässt ab sofort keine Concorde mehr starten. Die Fluggesellschaft folgt mit diesem überraschenden Schritt drei Wochen nach dem Absturz einer französischen Concorde den Empfehlungen der britischen Luftfahrtbehörden. Franzosen und Briten wollen dem Flieger gemeinsam die Lizenz entziehen.
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London - Auf dringenden Rat der Behörden stellte British Airways (BA) am Dienstag alle Concorde-Flüge ein. Damit wurde möglicherweise das endgültige Aus für die Überschall-Maschinen eingeleitet. Unfallexperten in Großbritannien und Frankreich wollen nach BA-Informationen am Mittwoch empfehlen, der Concorde bis auf Weiteres die Zulassung zu entziehen. Die britische Luftaufsichtsbehörde CAA machte BA klar, sie werde dieser Empfehlung voraussichtlich folgen. Die Untersuchung war nach dem Absturz einer französischen Concorde bei Paris vor drei Wochen eingeleitet worden.

Nach der Katastrophe am 25. Juli mit 113 Toten, darunter 97 Deutschen, hatte BA die Concorde-Flüge im Gegensatz zu Air France nach einer kurzen Unterbrechung wieder aufgenommen. Die Flüge seien absolut sicher, hatte das britische Unternehmen immer wieder erklärt. Die Entscheidung sei in "völliger Übereinstimmung" mit den britischen Behörden erfolgt, versicherte BA-Chef Rod Eddington.

Britische Politiker verlangten eine sofortige Erklärung von der Behörde. "Das ist eine Kehrtwendung um 180 Grad", sagte der konservative Abgeordnete David Wilshire, in dessen Wahlkreis der Flughafen London-Heathrow liegt. "Die CAA muss uns sagen, was geschehen ist, sie kann sich nicht hinter dieser kurzen Erklärung verstecken, wonach sie neue Informationen gewonnen hat."

BA wurde nach eigenen Angaben am Dienstagmorgen von den britischen Behörden darüber informiert, dass es "im Lichte neuester Informationen" geboten erscheine, die Concorde-Flüge auszusetzen. "Sobald wir dies gehört hatten, nahmen wir unsere Überschall-Flotte außer Dienst und strichen den Concorde-Flug BA001, der kurz davor stand, nach New York zu starten", teilte Eddington mit. Erläuterungen oder Einzelheiten wurden dazu nicht gegeben. Der ehemalige BA-Pilot Eric Moody meinte dazu im britischen Fernsehen, es müsse ein "sehr ernster Fehler" gefunden worden sein.

Die französischen Behörden betonten, der Betrieb der britischen Concorde-Flotte sei auf der Grundlage bereits bekannter Informationen ausgesetzt worden. Neue Erkenntnisse für diese Entscheidung habe es nicht gegeben, erklärte die Leiterin der Informationsabteilung bei der französischen Flugunfall-Untersuchungsstelle BEA, Helene Bastianelli. Die BEA ist als Fachabteilung des französischen Luftfahrtamtes DGAC beauftragt, die Ursache für den Absturz der französischen Concorde am 25. Juli zu suchen.

Die BEA hatte am vergangenen Donnerstag mitgeteilt, ein Metallteil auf der Startbahn habe mit hoher Wahrscheinlichkeit den verhängnisvollen Reifenschaden bei der abgestürzten Concorde ausgelöst. Das Metallstück - von dem noch unklar ist, wie es auf die Startbahn kam - war nach dem Absturz ebenso wie zerfetzte Reifenreste neben der Piste entdeckt worden.