COMICS Amerikas Helden: Wow!
Es bedarf keiner Hollywood-Filme über die Terroranschläge von New York - Amerikas wahre Helden sind längst geboren. Stark sind sie, überlebensgroß gezeichnet, haben markante Gesichter, hissen Flaggen inmitten von Trümmerbergen. Sie kennen keine Angst und beschützen vor dem Bösen. Superman, Spiderman, Batman und all die anderen einstigen Comic-Helden mussten abdanken, weil sie nicht da waren, als man sie brauchte - finden zumindest die Zeichner der jetzt in den USA erschienenen Comic-Anthologie über den 11. September ("9-11. The World's finest Comic Book Writers & Artists tell stories to remember«, DC-Comics, jeweils 9,95 Dollar). Auf dem Cover des zweiten Bands, dessen Macher schneller und patriotischer reagierten als die Filmbranche, steht ein staunender Superman vor einer Plakatwand, darauf die wahren Heroen: Feuerwehrmänner mit stolz geschwellter Brust, Ärztinnen, Stahlarbeiter, freiwillige Helfer, Polizisten. Superman hat nichts zu melden, sein kleinlauter Kommentar: einfach nur »Wow«. In »Unreal«, einer anderen Geschichte aus »9-11«, erklärt Superman, warum. Er könne vieles, im Vakuum des Weltraums atmen etwa, die Gesetze der Schwerkraft überwinden. Aber eines, sagt Superman, könne er nicht: ausbrechen aus den Seiten eines fiktiven Comics, wahr werden in Krisenzeiten.