Amoklauf: Rätselraten um ein Motiv - DER SPIEGEL
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Amoklauf Rätselraten um ein Motiv

Nach und nach werden mehr Details über den 16-jährigen Berliner Amokläufer bekannt: Der Jugendliche soll bereits vor zwei Monaten von seiner Hauptschule geflogen sein - weil er ein Messer bei sich trug. Die Frage nach einem Motiv der Tat ist allerdings längst nicht geklärt.
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Hamburg/Berlin - Laut "Bild" wurde Mike P. von seiner Hauptschule entlassen, weil er ein Butterflymesser mit sich geführt hatte. Dem Blatt zufolge ist der Jugendliche aus dem Stadtteil Neukölln bereits zwei Mal sitzen geblieben und war der Polizei bereits vor der Tat wegen Prügeleien und Sachbeschädigung in der Schule bekannt.

Inzwischen ist klar, dass der Teenager während seines Amoklaufs stark betrunken gewesen war. Das bestätigte gestern der Leiter der ermittelnden Mordkommission, Klaus Ruckschnat. Unter Alkoholeinfluss habe er bereits mehrfach aggressiv reagiert. Was den 16-Jährigen jedoch zu der Bluttat veranlasst habe, sei aber nach wie vor unklar.

Heute will die Polizei ihre Ermittlungen fortsetzen. Die Zahl der Verletzten stieg nach Polizeiangaben inzwischen auf 36. Gestern schwebte zwar niemand mehr in Lebensgefahr. Allerdings müssen viele der Betroffenen weiter bangen, weil eines der ersten Opfer mit dem Aids-Erreger infiziert ist.

Alle Verletzten und Erste-Hilfe-Leistenden waren aufgerufen worden, sich zu melden. Zu den Universitätskliniken kamen bislang 56 Betroffene, wie Charité-Sprecherin Kerstin Endele berichtete. Von ihnen erhielten 28 vorsorglich Medikamente zur Verringerung des Infektionsrisikos, bei den anderen hätte sich das in Beratungsgesprächen als unnötig erwiesen.

Mike P. hatte gegen Ende der Feiern zur Eröffnung des Berliner Hauptbahnhofs am Freitagabend Dutzende Menschen mit einem Messer verletzt und fünf weitere Menschen Polizeiangaben zufolge geschlagen.

Der Teenager sitzt in Untersuchungshaft. Ihm wird versuchter Mord in 24 Fällen und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der Hauptschüler bestreitet die Tat und verweigert nach Angaben der Polizei jede weitere Aussage.

str/dpa/ddp