Amtsgericht Marburg SEK überwältigt mit Axt bewaffneten Mann
Marburg - Der Einsatz endete unblutig: Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei hat einen anscheinend psychisch gestörten Mann überwältigt, der mit Axt und Messer bewaffnet in das Marburger Amtsgericht eingedrungen war. Es sei niemand verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Die Hintergründe der Tat sind unklar. Psychische Ursachen könnten eine Rolle spielen, außerdem sei der Mann augenscheinlich betrunken gewesen, teilte die Polizei mit. Der 47-Jährige aus Lohra wurde festgenommen.
Der Mann war am Mittag durch den Haupteingang in das Amtsgericht gekommen und hatte mit der Axt um sich geschlagen. Der Pförtner löste Alarm aus. Die Türen wurden danach verschlossen, so dass der Angreifer in dem Vorraum eingesperrt war. Die etwa 80 Mitarbeiter verließen das Gebäude. Der aggressive Mann schlug laut Polizei weiter mit der Axt auf Gegenstände ein. Dabei zerstörte er eine Gegensprechanlage, eine Scheibe aus Spezialglas hielt den Schlägen stand.
"Er hat gesagt, dass er in der Psychiatrie gewesen und dort mit Medikamenten kaputtgemacht worden sei", sagte Gerichtsdirektor Cai Boesken über sein Gespräch mit dem Täter. Der Mann habe erklärt, er wolle im Gericht einen Sitzungssaal zertrümmern, weil er "irgendwo damit anfangen müsse". Sein Fall habe aber anscheinend nichts mit dem Marburger Gericht zu tun.
Die Polizei versuchte auch mit Hilfe eines Psychologen, den Täter zur Aufgabe zu bewegen. Schließlich sei es gelungen, ihn zum Niederlegen der Waffen zu überreden, berichtete die Polizei. Danach wurde er überwältigt.