Andrew Bernard - DER SPIEGEL
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Klüger werden mit: Andrew Bernard

Der 41-jährige US-Professor für Ökonomie über seine Medaillenprognose für Athen
• aus DER SPIEGEL 34/2004
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Sie haben eine statistische Methode entwickelt, mit der sich vorhersagen lässt, wie viele Medaillen ein Land bei den Olympischen Spielen gewinnt. Wovon hängt der Erfolg ab?

Bernard: Vier Faktoren bestimmen, wie gut ein Land abschneidet: Die Einwohnerzahl lässt Rückschlüsse auf das Potenzial an Athleten zu. Das Pro-Kopf-Einkommen verrät, inwiefern diese Athleten gefördert werden können. Dazu kommen erzielte Leistungen in der Vergangenheit und der Heimvorteil. Traditionell starke Sportnationen werden weiter ganz oben dabei sein. Gastgeber Griechenland wird eindeutig besser abschneiden als sonst.

SPIEGEL: Binnen vier Jahren verändern sich Einwohnerzahl und Pro-Kopf-Einkommen bei den Favoriten kaum. Kann sich die Medaillenverteilung in Athen von der in Sydney überhaupt unterscheiden?

Bernard: Wir haben unsere Formel natürlich an die Ergebnisse von Sydney angepasst. Die Daten zu Wirtschaft und Bevölkerung bekommen wir von der Weltbank. Auch wenn sich die wirtschaftliche Lage eines Landes nur scheinbar minimal verändert hat, wirkt sich das im Vergleich mit den anderen Nationen auf den Medaillenspiegel aus. Wir haben beobachtet, dass die Anzahl der Medaillen für die als Favoriten gehandelten Länder stetig abnimmt. Das liegt nicht zuletzt an der niedrigen Geburtenrate in diesen Ländern.

SPIEGEL: Was darf Deutschland von Olympia 2004 erwarten?

Bernard: Für Deutschland haben wir den vierten Platz mit 55 Medaillen errechnet, davon 13 goldene. Vor vier Jahren hatten wir die Deutschen auf Rang zwei geschätzt - doch sie wurden nur Fünfter. Eine unserer wenigen Fehlprognosen. Ansonsten lagen wir bei 96 Prozent der Vorhersagen richtig. Für 2004 sehen wir die USA, Russland und China auf den ersten drei Plätzen.

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